Thursday, December 04, 2014

Some thoughts towards the end of this year (2014) or: how I hate SPIROCHETES

This was another year with sorrows with regards to the health of my wonderful Tabasco. It turns out that my absolute hateword becomes SPIROCHETE and that I am getting tired and exhausted about having to bother so much with this topic.

This time, I have discovered a pretty sudden (as usual) lyme arthritis in summer. As mentioned before, I waited a while in order to see whether it would go away from alone. As it did not, we decided in September to treat Tabasco another time (the second time) with Cobactan, a fourth generation cephalosporine. Cobactan is said to kill borrelia. Tabbi was not home for my birthday which made me very sad. Instead, I had asked Chris to compile all videos he ever took from us in competition and we watched them together. It is a shame that such a gentle, scopey, powerful and talented horse had to retire because of SPIROCHETE invasions! It really is a shame. 

The treatment resulted in the fact that he can walk and run again, but he is still rather weak. When he came home after three weeks of treatment, I found his coordination not ok. After some reflection and further studies of all kinds of online texts, I decided to add a few days of Doxycycline. Now, he's still rather weak, but at least these issues about moving and coordination have disappeared. He's hacking with the ponies in the field and I am trying to get him back into strength.

It is now two years back that Tabbi was in a stadium where I, for the first time, had some thoughts about a decision that I normally do not like so much to take: the question of whether he would not survive his lyme disease, and whether I should let him go. Happily, my vet managed with the first Cobactan treatment to substantially improve his situation. Since then, I must say my feelings go up and down like a rollercoaster. Mainly because SPIROCHETES act like asshole rollercoasters - they come and go. Or rather, they cause pain and then they hide. Whatever. Since then, I live with the constant thought that as the moment was there, it might come back anytime, and possibly a lot quicker than I wish.

On the other hand, I feel a bond to my horse that is a lot stronger than it was before. I start to enjoy every single minute that I have the notion he's feeling well, he's enjoying his life and he's without visible pain. Now that I know how horrible it feels riding him when he can barely move, I even more enjoy the moments when we are able to canter through the fields. It's more intense, in both directions. As he's living at our house, I enjoy sharing my morning coffee with him, or even my breakfast.

Needless to say, I have by now found and read quite a few of the human online lyme diaries while searching the internet for useful information on HOW TO GET RID OF SPIROCHETES. Needless to say, I cross all our hooves and fingers that the SPIROCHETES in humans and animals alike are being fought successfully. I am very, very sad about each of those diaries I have read and the more happy if I read that some of the authors have managed to get rid of the SPIROCHETES - at least for a while.

For those who do not know: Borrelia, in our case B. afzelii, are spirochetes (like i.e. syphilis), a bacteria transmitted by tick bites. They often go with side infections, and untreated/ undiscovered, they penetrate the entire body (host) which results in severe and ongoing suffering. For some mysterious reason, science has not found valid and valuable solutions for treatment. There are no clear and obvious patterns and even after killed by antibiotics, the seem to have toxic residue that again and in addition causes problems of all sorts. What is called Borreliose in Germany, is called "lyme disease" in the USA but I guess it does not really make a difference how we call it. 

I am grateful to everyone who deems to have new findings on this "disease" and ask him to share with me. I am happy to share my experience and all data for scientific purposes and invite any lab / vet interested to contact me.


Photo: At least, the ponies are being worked allright.

Thursday, June 26, 2014

10 Jahre mit Tabbi - 11 Jahre mit Tabbi

Am 4.6.2014 wurde Tabbi 15 - und dieses Jahr ist er 10 Jahre bei uns. Ich wünschte, es gäbe Grund zu feiern. Obwohl die Zeit seit meinem letzten Post recht vielversprechend ablief, gibt es leider gerade offenbar einen Borreliose-Rückfall. Vielversprechend, weil sich die Gesundheit von Tabasco über den Winter stabil hielt, er immer fitter wurde und wir wie früher ein paar schöne Ausritte machen konnten. Einige wenige Tage, wo es einem mal besser, mal schlechter geht, hat jedes Lebewesen und so gestehe ich auch meinem treuen Goldschatz derartige Schwankungen zu. Was soll ich sagen. Das Schweigen bedeutet manchmal auch, dass mir einfach die richtigen Worte fehlen, um (mit-) zu teilen, was in mir vorgeht bzw. wie es um das Team Tabasco steht. Im Moment wirken diese schönen, sorgenfreien Monate schon fast wie weggeblasen, denn seit vier Wochen und wie immer urplötzlich haben wir wieder ein Problem. Und zwar, immer mal was anderes, geht Tabbi stock-klamm als würde ihm jeder Knochen wehtun. Er geht nicht konkret lahm auf einem Bein oder so, hat aber massive Koordinationsprobleme. Leider hat das Blutbild von Zecklab kein eindeutiges Ergebnis geliefert, so dass ich seit einigen Tagen im Dunkeln stochere, was ich aus dieser Situation machen soll: sollen wir aufgrund des klin. Zustands und ansonsten mehr auf Verdacht vier Wochen die volle Dröhnung Antibiotika geben - oder soll ich abwarten und hoffen, dass es wie bei den meisten Schüben, wieder allein verschwindet. Ich weiß es einfach nicht und warte auf Tipps von unterschiedlichen Fachleuten, die ich angefragt habe.
Ansonsten haben Leni und Maja im April ihre erste Führzügelklasse mit Puppe geritten. Puppe war jetzt gut 2 Jahre nicht mehr auf einem Turnier und hat den Profi rausgekehrt. Einzig auf dem Turnierplatz hat sie vor Freude wie ein Schweinchen gequiekt. Egal, die Mädels sind in ihrer jeweiligen Abteilung 2. geworden und wir waren alle mächtig stolz darauf. Am 5. Juli besuchen wir die Ponyspiele Reichelsheim - und da geht es dann zum zweiten Mal um die Führzügelklasse. Bis dahin hoffe ich, für Tabbi neue Tipps und Erkenntnisse zu haben. Was mich irritiert, ist, dass er außer dem schwankenden Gangbild keinerlei Anzeichen für Krankheit zeigt. Letztes Jahr sah er ja extrem schlecht aus, aber jetzt ist er optisch richtig klasse. Komisch, und Borreliose zeigt mal wieder, wie schwierig und komplex sie sein kann. Drückt mal alle die Daumen!

+++ Heute.
Jetzt hab ich - gut ein Jahr und eine weitere Borreliose-Behandlung später - wieder einen traurigen Tabbi bei mir stehen. Vor ca. sechs Wochen fing es wie ein Wespenstich an. Er war superfit, hatte aber eine kleine Schwellung vorn an der Brust. Nach etwa 10 Tagen breitete diese sich plötzlich aus, so dass ich einen Tierarzt rief. Es sah quasi wie ein Phlegmone aus, nur das die nicht im Bein begann, sondern eben an der Brust und sich aber dann auf die Beine runterzog.
Naja, leider wurde offenbar mehrfach falsch behandelt oder unser Wespenstich - unsere Phlegmone - war vielleicht doch etwas anderes. Auf alle Fälle geht es ihm seitdem schlecht, und die Tendenz geht leider auch tagtäglich nicht nach oben, sondern nach unten. Ich hoffe und warte auf das Wunder. Abakadabra, Schwellung verschwinde. Aber stattdessen wandert sie nur.
Ich habe mir jetzt die Frage gestellt, was das sein kann: Würmer?? Ein Geschwür? Wieso? So plötzlich?? Ich stelle mir ebenfalls die Frage, bzw. in meinem Inneren habe ich sie bereits mit meinem Schatz Tabbi beantwortet, ob es Zeit wird, in den Himmel zu gehen und Frieden zu schließen. Borrelien sind es diesmal ganz sicher nicht. Ich habe Tabbi versprochen, dass er nicht bis zur letzten Minute auf dieser Erde leiden soll. Die letzten Tage war er gern auf der Koppel, mit seinen zwei Kumpelinnen. Mal fraß er, mal fraß er nicht. Er hat auch in den letzten Wochen sehr abgebaut.
Er kann auch außer Schritt kaum mehr laufen. Ob Schmerzmittel oder nicht, es wird nicht besser. Auch abschwellende Mittel schwellen nicht ab, und Antibiotika wirken nicht. Ich versuche es jetzt nochmal mit Samento und Cumanda, meinen Wundermitteln aus der Borreliosezeit. Die haben antibakterielle und immunsystem-stützende Wirkung. Aber ein bisschen hoffnungslos bin ich schon. Ganz ehrlich. Das wäre quasi das Ende dieses Tagebuchs.


Bilder: Mein tapferer Kämpfer Tabbi Anfang September. Leni, Smilla und Maja haben sich, wie man sieht, ganz lieb um ihn gekümmert. Aber man sieht auf dem Foto gut die Schwellung an der Brust und Schulter.

Tuesday, December 31, 2013

So war unser 2013

Tja... das war also unser Jahr.

Heute morgen bei sonnigem Wetter habe ich mit Tabasco einen schönen Jahresabschiedsausritt durch den Winterwald gemacht. Bei etwa 2 Grad und idyllischer Stille bummelten wir also durch den Wald - einzig ein einsamer Ballon war am Himmel über dem Feld zu sehen...
Unweigerlich musste ich natürlich an unser Jahr denken, welches so denkbar schlecht angefangen hatte, dass es ein insgesamt krasses Jahr bleiben musste. Es gab kaum eine Chance, dass es ein schönes Jahr werden könnte. Die Highlights bestanden für mich darin, dass ich jeden Tag, den mein Pferd (über-)lebte, mit einem dankbaren Haken markiert habe. Mehr nicht.
Ende Dezember 2012 hatte Tabasco einen weiteren großen gesundheitlichen Einbruch, und am 4. Januar hatten wir dann ENDLICH den erlösenden Termin bei meiner Tierärztin Ines. Denn bis dahin hatten alle möglichen Tierärzte in meiner Umgebung das Pferd zwar in schlechtem Zustand gesehen, alle jedoch abgestritten, dass er Borreliose haben könnte (ohne es überhaupt zu testen!!) und mich dann mit dem völlig schwachen, kranken Pferd wieder nach Hause geschickt.
Nun wurde dies 2013 endlich anders; zwar war ich natürlich geschockt über den sehr hohen Titerwert, den Dr. Liebisch von Zecklab naturgemäß herausfinden musste, aber gleichzeitig sehr erleichtert, dass wir aufgrunddessen eine Antibiotikakur durchführen konnten. Diese hatte auch sehr schnellen und anhaltenden Erfolg.
Über das Jahr habe ich aufgrunddessen eine regelrechte Manie entwickelt und war und bin einfach heilfroh, dass Tabbi fünf Meter neben unserem Hauseingang "wohnt", so dass ich zu jeder Tages- und Nachtzeit nachsehen kann, wie es ihm geht.
Ja, es gab Rückfälle. Ich habe weiterhin gegoogelt und mittlerweile mit den Forschern Kontakt aufgenommen, die zu Borreliose forschen - zum Beispiel Eva Sapi in New Haven, USA. Auch die Filme von Borrelien unter dem Elektronenmikroskop habe ich mir angesehen, um dieses Problem besser zu verstehen. Und vor allem, um zu verstehen, warum diese Bakterien so schwer zu beseitigen sind und der Wirtsorganismus im chronischen Stadium fast keine Chance hat, sich dieser Monster zu entledigen.
Aber auch eine andere Frage, die ich hier im Frühjahr gepostet habe, kann ich eindeutig beantworten: bei Tabasco sind KEINE der beschriebenen und immer wieder zeitweise auftauchenden Probleme bisher Dauerschäden!
Es ist schwer vorzustellen, dass er lange und plötzlich auftretend nicht mehr laufen kann, sondern hinten die Hufe schleifen lässt und wirklich nicht sein Gewicht halten kann. Noch schwerer ist es, sich vorzustellen, dass dies innerhalb von wenigen Stunden so verschwindet, dass man nicht glauben mag, dass es vorher noch da war.
Das Schleifen ist bei Weitem nicht alles, was die Borrelien anrichten (s. letzte Posts), aber doch ein sehr eindeutiges und gut zu beobachtenden Zeichen. Nun, wie ich schon sagte, hat sich Tabasco über den Sommer insgesamt sehr gut erholt - so gut, dass ich sogar mittlerweile dreimal bei Hannah (Beck) war, um ihn freispringen zu lassen. Ich war offen gesagt fasziniert, dass es tatsächlich möglich war, dass er sich wieder an Stangen traut und dazu noch derart souverän wieder darüber sprang! Interessant ist noch, dass CORTAFLEX, ein wirklich gutes Produkt, das Pferde in der Beweglichkeit unterstützen soll, bei Borreliose nicht hilft. Will sagen: wenn er schleift, dann hilft auch CORTAFLEX (und überhaupt nichts anderes) nicht, und wenn er nicht schleift, dann ist alles gut, auch ohne jedes Zutun.
Im September waren wir mit Tabasco eine Woche in SPO am Strand. Ich wollte mir einen Traum erfüllen und habe den ganzen Sommer über befürchtet, dass wir vllt. doch nicht fahren könnten, weil er nicht fit wäre oder gar, dass es zwar dazu kommt, dass es aber dann sicher der letzte gemeinsame Ausflug würde. Natürlich ist bei einem angeschlagenen Immunsystem immer die Frage, ob man so einen Ausflug machen sollte. Aber das musste sein. Und es war wunderbar!
Nichtmal die Tatsache, dass in der Septemberwoche der Himmel über Eiderstedt eigentlich nur zum Fototermin aufriß, hat der Sache irgendeinen Abbruch getan!

Zuhause mit Puppe und Tessi sind wir alle eine kleine Familie und fühlen uns in Calbach sehr wohl. Ach, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich im November (ohne Tabbi) an der westfälischen Reit- und Fahrschule in Münster war, um meinen Übungsleiter B Sport in der Prävention zu machen. Ich hatte mir davon versprochen, auch für mein eigenes gesundheitliches Problem (sprich: die Hüfte) ein paar Tipps zu bekommen, außerdem war eine Trainerfortbildung wahrlich längst überfällig. Nun haben wir auch das hinter uns, und Puppe und Tessi haben ein paar neue Reitschülerinnen bekommen. Der Schwerpunkt liegt jetzt mehr auf dem "Gesundheitssport", d.h. Übungen zur Schulung der Koordination etc. sind mir wichtiger als das "schnelle Reitenlernen" im Hinblick auf Leistungssport. Tja und schlussendlich wünsche ich mir jeden Winter, dass es ein paar Schnee-Ausritte gibt und die Pferde auf die Koppeln können, die gefroren sind und dadurch dann nicht die Grasnarbe kaputt geht - aber diese Wünsche gehen irgendwie nur so ganz sporadisch in Erfüllung. Ich wünsche mir halt weiterhin, dass wir gemeinsam die Borrelien in Schach halten - Tabasco wird jetzt 15 und das ist wahrlich noch kein Alter, in dem man ins Gras beißen darf.



 Fotos: Sankt Peter Ording, September 2013 - Photos by Alexa Pfau.

Sunday, July 21, 2013

Sunday July 21, 12:00 noon, 33 degree celsius: ready to chill





Something stupid....

Well today I just wanna share sth stupid with you - the wheel of our barn wheelbarrow, the first working tool on the way to becoming a farmer (dreaming yet of the real FENDT):


Monday, June 24, 2013

Elektrozaunpisser und andere Menschen

Gern möchte ich meine Meinung zu den aktuellen Vorfällen im Eventing hier einmal loswerden, da mir das Thema im Kopf rumspukt. Zunächst möchte ich Euch die Gelegenheit geben, ein aktuelles Interview mit Ingrid Klimke zum Thema zu lesen:

Interview mit Ingrid Klimke  

Ingrid ist sicherlich eines der absoluten reiterlichen Vorbilder in unserem Sport. Nicht die einzige hervorragende Reiterin, aber nicht umsonst hat sie den Titel Reitmeisterin verliehen bekommen und - falls es ein werter Leser dieses Blogs nicht wissen sollte - kommt aus einer guten Schule, was das Reiten und die Pferdehaltung in der Familie betrifft.   Nichtsdestotrotz: ich bin - mit dem jetzt erzwungenen Abstand - weder für die Verharmlosung noch für das mediale Ausschlachten mit verzerrtem Ergebnis der jetzt etwas gehäuft aufgetretenen Vorfälle.   Ich persönlich finde, Eventing oder Vielseitigkeitsreiten ist die schönste aller reitsportlichen Disziplinen - für mich persönlich, wie gesagt. Ich liebe die Abwechslung, ich liebe das Gefühl in der Dressurprüfung ebenso wie den Thrill, im atemberaubenden Tempo mit tränenden Augen durch eine Geländestrecke zu galoppieren - alles, wie ich es erleben durfte, mit einem Pferd, das offensichtlich große große Freude daran hat.  

Jetzt gibt es so einige Punkte, wo ich kritisch bin: a) Nur weil Ingrid, neben ein paar anderen natürlich, ihre Pferde tatsächlich optimal und tiergerecht hält, ausbildet und reitet, heißt das leider nicht, dass der Rest der Reiterschaft das ebenso tut. Das rettet unseren Sport leider nicht! Gerade die brutalen Szenen eines italienischen Reiters kürzlich in Kreuth zeigen, dass man hier die Augen nicht verschließen sollte. Und auch in meinem direkten lokalen Umfeld gibt es einige Reiter, deren Methoden ich persönlich nicht akzeptabel finde. Dazu gehört zum Beispiel auch ein übermäßiger sportlicher Einsatz eines Pferdes, nur weil es gerade sehr erfolgreich läuft.   b) Auch reiterlich unterstelle ich einigen Busch-Kollegen, dass ihr Niveau an Schmerzfreiheit sehr hoch ist: nur weil sie gegen einen Elektrozaun pissen, ohne mit der Wimper zu zucken, müssen das nicht auch alle anderen tun - auch nicht ihre Pferde. Sprich: es geht manchmal zu weit, was da rausgeholt wird. Insbesondere an Druck, am Einsatz von Gerte und Sporen, wobei ein unbalancierter Sitz vermutlich mindestens genauso schlimm ist. Oder das Nutzen scharfer Gebisse, etc.   c) Die Berichterstattung. Nochmal, diese übertriebene Reaktion jetzt macht negativ aufmerksam, ist ansonsten eher effektheischerisch. Aber mir fiel schon in den letzten Jahren auf - und dazu betrachte man auch einmal entsprechende Profi-Fotos - dass das Wort "Rumpler" so ein bisschen den Beinahe-Super-GAU verharmlost. Viele viele Rumpler sind Momente, wo ein Pferd in hohem Tempo mit einem Bein vor dem Sprung hängen bleibt und es nur mit viel Geschick und Glück gut geht. Außerdem wird oft verzerrt argumentiert, denn weil Fall a) und b) jetzt in Verbindung gebracht werden, weil in kurzem Zeitraum mehrere Pferde während oder nach einer VS umgekommen sind: es sind ja noch viel mehr! Ich erinnere mich, dass vor nicht allzulanger Zeit ein Pferd von Bettina Hoy ebenfalls mitten auf einer Geländestrecke an Aortaabriß gestorben ist. Mehrere Reiter endeten in den letzten Jahren mindestens im Krankenhaus, einige sogar im Rollstuhl. Wenn man genau recherchiert, sieht es schon etwas übel aus. Ich schließe daraus nicht, dass unser Sport schlecht ist oder gar zu verbieten, sondern eher, auf ein gesundes Menschenmass, auf Moral und sportliches Fairplay zu setzen und einige Punkte, die ich hier anspreche, strenger zu nehmen. Wie auch diesen:   d) Das Wetter. Insbesondere in den letzten 12 Monaten habe ich den Eindruck, dass es häufiger als früher dazu kommt, dass Wettkampfplätze z.B. durch Starkregen so manipuliert werden, dass der Wettkampf eigentlich abgesagt werden müsste. Ich selbst hatte solche Situationen ein paarmal in kleineren Prüfungen, habe dann oft verzichtet. Der Boden war so rutschig und tief, dass es meiner Einschätzung nach unverantwortlich war, die Prüfung stattfinden zu lassen. Warum werden die Wettkämpfe in solchen Fällen nicht von offizieller Seite abgesagt? Ich kann mir das nur mit Einnahme-Einbußen und Vermarktungsproblemen erklären. Manchmal spielt da auch die Politik rein. Oder Sponsoren??   Dennoch: Die Pferde der Spezialdisziplinen sind mit Sicherheit schlechter dran! Mit Ausnahme mal wieder von solchen Reitern wie Ingrid es ist. Denn Ingrid reitet auch ihre Dressurpferde vielseitig, ins Gelände, über Cavaletti etc...

Tuesday, June 18, 2013

Tropic June 2013

Today was hayday. We loaded and stored 110 bales of fresh new hay and well, "we" is actually Chris. For those who wonder where his excellent running shape comes from: start carrying bales of hay and you'll know. At 30 degree celcius, this is even more remarkable. Apart from that, I want to repeat some things that have developed in the shape of my gentle darling horse since spring:

Continuously, he does not have swollen legs, stiff limbs, bad skin, and some other things he had before the lyme disease treatment. His belly is no longer blown up, and he easily travels in the trailer without any apparent problems to balance. Interestingly his readiness to work under saddle and chew on the bit has increased to an extent that surprises me. That also explains that all problems under saddle were related to his disease: chronic lyme disease. In such a situation, I just wish we would have known and treated it much earlier. He suffered. Very much so. So did I.

I meant to report, for the last two months Tabbi had a treatment that was recommended by Birgit Volesky which consisted in three South American herbal products called Samento, Takuna and Cumanda. I googled them and understand that one is anti-inflammatory, another one pushes the immune system and the third acts as anti-biotic. In combination, I am convinced that these herbs improved the overall situation of leftover toxines and inflammations all over his body considerably. Nevertheless I have now stopped giving them and I watch closely whether we need them again.

Meanwhile, I am restoring Tabbis digestive force by means of CME Gastro Control. I believe that if there are/were any ulcers at any point of time in the last years, that they are very closely related to the symptoms of his lyme suffering, and if everything in the body is inflamed, why should it not affect the stomach and digestion??

The last years had left me uncertain, angry and disappointed. They left me questioning my ability to manage a horse. The past four months have turned this anger into pride and happiness. Into that much closer of a relationship to my very horse that only people can feel who went through similar situations. I am so happy that he held and improved his shape since the Cobactan treatment in February. Since we started giving the Indian herbs, I have not seen any new damages resulting from borrelia.

I have however found and killed about 20 new ticks.

This is my wonderful Tabasco in June 2013:


Saturday, April 06, 2013

Nach Ostern 2013

Wow, ich hatte ganz vergessen, wie stolz ich auf mein Pferd bin, wenn es fröhlich schaut und sich schön bewegt... zu selten hatten wir diesen Anblick in der letzten Zeit. Aber zunächst ein paar Tage zurück:

Kurz vor Ostern (ziemlich genau 55 Tage nach Ende der Antibiotika-Kur) gab es einen etwas ernüchternden Rückfall - nämlich ein deutliches Anzeichen von afzelii am Auge: Tabbi war die ganzen Wochen ok, und urplötzlich am Putzplatz fing er an, eine Panik zu generieren, als wären lauter durchsichtige Gruselmonster um ihn herum. Leider war dies auch kein einmaliges Ereignis, sondern ich vermute ganz stark, dass sich einige Bakterien der Spirochätengattung wieder mal an seine Sehnerven gemacht haben und er einfach sporadisch eine eingeschränkte Sicht hat.

Wir kennen uns gut genug, als dass ich weiss, wie ich damit umgehen kann, aber schön ist es natürlich nicht. Ich habe kurz überlegt, ob ich sofort wieder zur Tierärztin fahre, habe ich mich aber zunächst dagegen entschieden, da ich ja eigentlich den jour fixe bei der Veterinärin auf jeneWoche gelegt habe, wo er proper glänzend nach dem Fellwechsel dasteht. Damit sie auch mal einen glücklichen Tabbi sieht und nicht nur das Elend, das am 3. Januar aus dem Transporter stieg.

Heute - ja, es schwankt von Tag zu Tag - war Tabasco erstaunlich gut drauf. Ich war Longieren, und das hat er ganz schön gemacht. Wichtig ist, dass ich aufpasse, dass es nicht zuviel wird, denn dann kippt der Zustand immer ganz plötzlich und das ist nicht erwünscht. Er tut sich schwer, in der HH Last aufzunehmen, aber ich habe ihn heute animiert, im Galopp schön durchzuspringen und das ist ihm dann auch gut gelungen. Er konnte vor der Behandlung im Januar nicht mehr galoppieren, und er konnte auch (remember?) nicht mehr allein bergab gehen. Kraft und Koordination waren total im Keller.

Was ich derzeit zusätzlich zum "pure food" (Hafer/Heu) füttere:
a) Ich habe Echinacea für das Immunsystem bestellt
b) Ich habe Reiskeimöl für die Muskulatur bestellt
c) es gibt Rote Bete Chips dazu. 

Und aufgrund eines Tipps einer Freundin mache ich jetzt einen Versuch mit Cortaflex. Hintergrund ist, dass Tabbi schon vor der medizinischen Behandlung, aber definitiv auch jetzt danach noch, nicht sehr geschmeidig läuft. Ich bin 100%ig sicher, dass es von den Borrelien bzw. von deren Rückständen/Toxinen herrührt, aber es ändert ja nix dran, dass es vielleicht Sinn macht, eine gelenkfördernde Behandlung zu probieren, um ihm das freie Laufen wieder zu erleichtern. Wir werden sehen, ob es hilft. Bei einem anderen Borreliose-Pferd hat es offenbar gut geholfen.

Tja so mache ich mir also fortlaufend seit mehreren Jahren Sorgen um den mir anvertrauten Schatz, der Unterschied ist, daß ich jetzt die offizielle Diagnose habe und viel konkreter an die Schwachstellen herangehen kann. Leider ist bei der chronischen oder Neuro-Borreliose noch so vieles unklar, was die dauerhaften Heilungschancen angeht. Das Gros der Literatur geht hier in die Richtung Homöopathie, und genau da machen wir uns jetzt schlau.

Sunday, March 17, 2013

Ein Wunder?

Calbach, 17. März 2013.
Etwa sechs Wochen nach Ende der Antibiotika-Behandlung bei Tabasco. Heute war Longieren auf dem Programm. Als ich jedoch morgens aus dem Fenster schaute, traute ich meinen Augen kaum: echter, weißer Schnee. Zunächst nur in der Luft, in großen weißen Flocken, dann aber bald auch auf den Dächern und am Boden. Eine Stunde später war diese Pracht bereits 10cm hoch. Ich meine, am Tag davor war davon nichts mehr bzw. noch gar nichts zu spüren. Der milde Frühling lag in der Luft.

So beschloß ich nach dem Füttern, die Gunst der Stunde zu nutzen. Zum longieren fahren war ohnehin zu "gefährlich", bei so einem Wetter muss man nur Hänger fahren, wenn es unbedingt Not tut. Und das tat es ganz sicher nicht, denn ich hatte kurzfristig einen Plan - und der ging auf.

Gestern noch beneidete ich die Posts meiner Freunde in Facebook, die sich auf der Riederalp und sonstigen Ski-Alpen befinden und blue-sky, white-landscape posteten. Heute? Egal!
Tabbi war schon fast wie früher. Ungeduldig zerrte er an seinem Halfter, das sich derzeit nachts an einem der Balken seiner Winterbox hängend befindet. Wenn Tabbi anfängt, am Halfter zu zerren, bzw. es ins Maul zu nehmen und Dir vor die Füße zu werfen, dann weißt Du eigentlich ganz sicher: er will raus! Und zwar flott.

Erst letzte Woche hatten wir einen schönen Schnee-Ausritt, der motivierend für uns beide war, aber auch noch von einem schwächelnden Pferd zeugte. Nur ein, zwei kurze Galopps waren letzte Woche drin, und anschließend gab es wie momentan immer eine Extra-Ration Kraftfutter.

Normal gibt es derzeit zum Aufbau tgl. 2x Heu satt, plus jeweils 1kg Hafer, 500g Equichamp (ein Aufbaufutter mit Hefekulturen), Borreliosan sowie Mineral. An Tagen, wo vermehrt gearbeitet wird, gibt es dasselbe, plus eben die Extra-Ration. Die besteht dann nochmal aus 1kg Hafer und 500g Equichamp. Tabbi muss sehr wieder aufbauen, er hatte vor der Behandlung der Borreliose im Januar ca. 100kg verloren, und zwar sowohl "Speck" als auch an Muskeln und Bändern. Das muss jetzt aufgeholt werden. Strenggnommen sollte und will ich noch gar nicht soviel Reiten, weil eben auch der Rückenmuskel noch nicht das ist, was er sein sollte. Aber diese Motivations-Ausritte tun uns beiden so gut, daß man da drüber hinwegsehen kann. Dass sich Tabbi daran erinnert, dass er auch mal galoppieren konnte ohne umzufallen, ist für ihn gerade sehr sehr wichtig. Er merkt, daß er sich wieder etwas mehr auf seine Muskeln und Bänder verlassen kann, daß die Balance wieder etwas besser wird. Und im weichen Schnee ist das natürlich gleich doppelt klasse!

Nun, so sattelte ich denn relativ flott auf, freute mich noch darüber, daß im Gegensatz zu den Vorjahren, wo er aufgrund der Borreliose kaum sein Winterfell verlor, daß da jetzt "schon" im März ne ganze Menge Pelz runter kommt, und dann gings ohne GPS an die Wegeplanung. Wir wohnen auf etwa 200m über NN und die höchste "Hochebene", die ich erreiten kann, liegt fast 100m drüber. Ein wahrer Gipfel!!!!!!! Wenn bei uns also der Schnee etwas nass, aber vorhanden ist, dann weiß ich daß er am Gipfel noch viel, viel besser ist: nicht nass, und meist auch noch 3-4cm höher. Also, die leicht steigende Strecke wie folgt: Diebacher Weg, leichter Anstieg mit 10cm Schnee: ein warmup-Trab am durchhängenden Zügel, ca. 500m. Ich beobachte, ich beobachte eben auch, wie der Bewegungsablauf am langen Zügel ist. Wir sind und waren schon immer ein Team, da geht das. Dann links rüber Richtung Hardegg: ein erster kleiner Galopp, leichter Anstieg, maximal 300m. Schrittpause, gut: am langen Zügel ist die Nase am Boden, er balanciert sich aus, prustet, genießt. Dann kommt der gebogene Weg, der sich zur Hardegg hoch schlängelt. Bis oben ist der ca. 1200m lang und in gesunden Zeiten wurde er zum Galopptraining genutzt. Der Boden auf dem Weg ist meist auch halbwegs für diesen Zweck brauchbar, sprich: halbwegs elastisch (ist in unserer Region leider eher selten). Heute war meine Regel Nummer eins: egal wie, Galopp ja aber gleich mit Zügelbrücke damit gar nicht erst abgekackt wird. Dann haben wir nach ca. 700m abgebrochen, um auf den rechten Weg abzubiegen, der wieder nach einer kurzen Schrittpause noch eine kleine Galopppassage erlaubte. Mich interessierte heute auch, ob da neben der Motivation auch genügend Kraft drin ist. Ich sag mal: besser. Wieder ein Stück Schritt, Richtung Orleshausen. Auf den Wegen hatten in den Vortagen die Forst-LKWs gewütet, die den Holztransport vornehmen. Aber durch die Schneedecke waren sie gut bedeckt und vor allem waren keine Spuren im Schnee, außer gelegentlich die einiger Füchse und Hasen.

So, jetzt ging es nur mehr auf die Steigung zur Zielgerade. Schneelage top, und die 1000m ließ ich ihn erstmal am wieder durchhängenden Zügel (Nase unten, bravo!!!) klettern, um die letzten 500m noch einen Galopp einzulegen. Da war Power drin, das bin ich gar nicht mehr gewohnt. So, und dann im Schritt bergab nach Hause. Mann, war das schön.

Und kaum war der Sattel ab, lag Tabbi auch schon auf dem Zierrasen im Schnee und wälzte sich vor den Augen der neidischen Ponies genüsslich!!!! What a day.

Monday, March 11, 2013

Todeswalzer, Afzelii-style

"Am Arsch die Waldfee", hauchte die Borrelie. Sie gehörte zur Familie der Afzelii, woher sie diesen Namen hat, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß das eine Unterfamilie der Burgdorferi ist, die sind bekannter und die heißen so, weil ein Herr ebendiesen Namens sie eines Tages mal gefunden hat. Wann, weiß ich auch nicht. Nicht nur ich, sondern offenbar viele wissen nicht viel über diese Fusilli-artigen Bakterien. Also sie sehen aus wie Fusilli-Nudeln. Nun, unser Freund verfluchte leise die Waldfee, weil er seit einigen Tagen sein Leben durch eine rosarote Brille sah.

Er lebte (recht kosmopolitisch, glaubt mir) bereits eine ganze Weile recht komfortabel und kommod in einer Ecke meines Tabasco. Nennen wir sie Coconut Cove, das kann man sich vorstellen wie einen weißen weiten Strand, recht geschützte Lage, dazu mit allem, was man sich als afzelii so wünscht. Eines Tages kam, obwohl er eigentlich die pure Nahrung vorzog, ein Cocktail vorbei, der ihm wirklich alles weghaute. Er rollte sich zusammen, auf dem warmen Sand uns spürte eine rosarote Schwäche. Von dem Cocktail würde er sich aber nicht unterkriegen lassen! Er versuchte noch, seine weitere Kollegen (afzelii sind sehr gesellig und leben selten allein) zu konsultieren, um Rachepläne zu schmieden. Aber das kommode Leben der vergangenen Jahre schien sich geändert zu haben. Kaum das Kriegsbeil ausgegraben, kam schon wieder sowas. Mann, das war ein richtiger Tsunami an Cocktail, fast ein Fukushima der afzelii! Er stellte fest, daß er schon nach wenigen Cocktails aufgeben musste. Vielleicht war vorher auch einfach alles zu einfach im Leben dieses afzelii.

"Blöd," dachte er dann. "Blöd, blöd, daß ich es nicht noch geschafft habe, mich via Niki-Air nach G. beamen zu lassen, um mich im Rückenmark eines Menschen, der dort die Uniklinik leitet, so richtig mal auszutoben. Der hätte ich es gern mal gezeigt. Von wegen, uns gibt es nicht! Von wegen, wir können im Pferd nicht leben!!! --- Sollte ich ihr dankbar sein? Ohne sie hätten wir ggf. gar nicht so lange auf dem Tabasco leben können? Schließlich hat sie uns bereits vor mehreren Jahren übersehen (wollen)??? -- Nein, das ist meine Denke nicht. Ich bin einfach stink, stinksauer, daß man uns so negieren kann. Ich hätte es ihr gezeigt, die hätte mal so richtig fiese Schmerzen gehabt. Wenn ich ins Rückenmark ziehe, dann sind die Schmerzen, die ich verursache, schön überall. Dann vermehre ich mich schön nach überall und zeige ihr auch, daß ich nicht den Hauch einer Chance gehabt hätte, wenn ich gleich im Intro-Stadium gekillt werde. Ich zeige ihr, daß es wahrlich fahrlässig ist, uns erstmal in den ganzen Körper reinzulassen, einfach dabei zuzuschauen, auch noch afzelii-freundliche andere Behandlungen wie solche mit Cortison, oder Sedierungen, durchzuführen... Heute hier, morgen da. Und die Schmerzen sind so heftig, das wäre ihr mal ne Lehre gewesen. Ich hoffe trotzdem, daß sie es mittlerweile verstanden hat und nicht noch weitere Pferde und deren Besitzer leiden lässt, und durch die von ihr vertretene Lehrmeinung eine ganze Region im Glauben lässt, Borreliose beim Pferd gäbe es nicht. Auch wenn man tot ist."

Hier der Killer-Cocktail (quote by Merck Animal Health):

 "Cobactan® 2.5 % is a ready-to-use suspension for injection containing cefquinome, a 4th generation cephalosporin. The shape of the cefquinome molecule facilitates fast distribution in the treated animals and ensures a quick passage of bacterial cell walls, resulting in a rapid bactericidal effect following injection. Cefquinome has a broad-spectrum of activity, including Gram positive and Gram negative bacteria, such as Actinobacillus spp., Haemophilus spp., Pasteurella spp., E. coli, Staphylococcus spp., Streptococcus spp., Salmonella spp., Clostridium spp., Corynebacterium  and Erysipelothrix rhusiopathiae. Cefquinome is highly resistant against inactivation by ß-lactamase producing bacteria."



Tuesday, February 26, 2013

Lyme disease/Borreliose (3)

Ich möchte kurz festhalten, was von den bisherigen borrelien-verursachten Problemen verschwunden ist:

a) der dicke, geblähte Bauch
b) die immer wieder angelaufenen Beine, egal ob vorne oder hinten
c) das Gangbild ist heute (3 Wochen nach Ende der Cobactan-Behandlung) deutlich besser, jedoch noch nicht zufriedenstellend.
d) der tote Blick
e) derzeit keine Berührungs- und Schreckhaftigkeitsprobleme
f) Koordination (Bergabgehen oder Hängerfahren) ist deutlich besser als Anfang Januar.

Was das Gangbild betrifft, hoffe ich daß es kein bleibender Schaden ist.
Es sieht auch wie eine Ataxie, die vermutlich cerebral verursacht ist. Meine Tierärztin sagt jedoch, daß Borrelien sehr die Bänder, Sehnen, Muskeln UND Gelenke (naja eigentlich ALLES) angreifen und wir jetzt noch ein paar Tage warten, um hier eine Aussage zu machen.

Was das Gesamtbild betrifft, bin ich auch noch überhaupt nicht zufrieden. Natürlich kann ein Futterzustand ebensowenig wie Muskeln und Bänder sich innerhalb weniger Wochen völlig erholen. Aber für die Mengen die Tabbi momentan vertilgt, müßte er eigentlich etwas mehr auf dem Rippen haben. Insofern überlege ich, ob ich prophylaktisch mal etwas zum Magen schonen gebe.

Thursday, January 24, 2013

Teil II: Wie alles anfing...

Während ich mir weiter den Kopf zerbreche, was wir nun tun können, um Tabasco wieder zu dem lebhaften, fröhlichen "happy camper" zu machen, als den ich ihn immer kannte, habe ich natürlich auch in der Chronologie dieses Blogs gestöbert. Ich möchte einige Fixpunkte bzw. Momente ausfindig machen, die Zeichen für seine Erkrankung gesetzt haben.

Während ich die Anfänge von Tabasco's Erkrankung hier niederschreibe, könnt ihr im Archiv des Blogs unter 2007 und 2008 einige Einträge finden, in denen sich Fehldiagnosen und entsprechende Behandlungen mit den entsprechenden Kosten gehäuft haben. Mir dreht sich wirklich der Magen um, wenn ich da jetzt reinschaue!

Wie alles anfing... Tabbi muss sich im Frühjahr 2006 infiziert haben. Er stand damals auf dem wunderschönen und für unsere Zwecke auch wirklich hervorragend geeigneten Wilhelmsbader Hof in Hanau. Ich erinnere mich, daß er fast täglich in der Box viele Zecken an sich hatte (teils mehr als fünf Zecken pro Tag), die ich ihm natürlich so schnell ich konnte, entfernte. Ich habe mir zunächst keine großen Gedanken gemacht, da ich bis dahin mit Zeckenproblemen wenig zu tun hatte und bis dahin ja auch ein gesundes, fittes, fröhliches Trakehnerpferdchen hatte.

Einige Wochen später fiel mir über mehrere Tage auf, daß sich Tabbi in der Rittigkeit verändert hatte, gleichzeitig ein stumpfes Fell bekam und auch an Gewicht verlor. Er war einfach nicht fit, und so rief ich meinen damaligen Haustierarzt, der von einer naheliegenden Tierklinik kommt. Ich erinnere mich sehr gut, daß ich diesem TA sagte, daß Tabasco Zeckenkontakt hatte. Dennoch: er faßte mein Pferd an dem Tag nichtmal an! Er drückte mir 2 Bandwurm-Kuren in die Hand, sagte, das sei sehr wahrscheinlich eine Verwurmung und ich solle ihm die im Abstand von 2 Wochen geben. Und verschwand.

Needless to say, daß danach zwar (man denke an das schubweise Auftreten) keine wesentliche Besserung eintrat (wie auch, wir haben ja etwas falsches behandelt), das Pferd aber weiterhin reitbar und willig war. Zwar meist unter dem Level, wie ich ihn kannte, aber noch immer einsatzbereit. In dem Jahr ist mir dann weiter nichts aufgefallen, ich zog lediglich ein- oder zweimal die in dem Stall ein- und ausgehenden Physioterapeuten bzw. Akupunkteure zu Hilfe, die die meinem Gefühl nach existierenden Verspannungen bei ihm etwas lösen sollten.

Grundsätzlich fiel mir seitdem auf, daß er sich mit dem Fellwechsel und im Winter etwas schwer tat - aber auch dabei habe ich mir nicht sooo viel gedacht. Sehr auffällig wurde er dann aus meiner Erinnerung im Frühjahr 2008, als er plötzlich seine Kopfform veränderte!

Ich muss sagen, zu der Zeit ist mir noch keine wesentliche nervliche Veränderung aufgefallen, jedoch optisch hat sich sein hübscher Trakehnerkopf im Stirnbereich in eine "Wasserbombe" verwandelt. Die Stirn kam weit nach vorn hervor. Auch dies (es hielt mehrere Wochen an, und verschwand dann langsam wieder) zeigte ich diversen Personen und Tierärzten, die es nicht ernst nahmen. Ich fragte mich nach diesen Erlebnissen, ob ich mir das alles oder einiges davon nur eingebildet habe. Denn natürlich vertraue ich auf das Wissen und den Rat von Tierärzten. Daß ich ein Pferdekopf jedoch grundlos derart verändert, war mir - anscheinend nur mir - aber schon etwas suspekt. Naja und den Rest aus 2008 mit angeblich gebrochenem Zahn, mehreren Kolikproblemen nach Sedierungen (ich bin seitdem ein Feind von übermäßiger Sedierung an Pferden!) könnt ihr im Archiv nachlesen. Die exakten Kosten für Behandlungen zähle ich hier nicht auf, aber es waren mehrere unnötige tausend Euro! Ich habe übrigens immer wieder erwähnt, daß ich einen Borreliose-Verdacht bei ihm habe. Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, daß ich im Laufe dieses Jahres mehrere Tierärzte und -kliniken kennen gelernt habe. Zu diesen habe ich heute kein Vertrauen mehr und kann sie daher auch für keinen Fall weiter empfehlen, außer wenn jemand mal ein paar Röntgenbilder haben will und etwas zuviel Geld in der Tasche hat.

Wednesday, January 23, 2013

Tabasco's Borreliose-Tagebuch

Ein Tagebuch im Tagebuch... ich beginne jetzt mal, und weiß vor allem, wieso es in den letzten Jahren so still um uns geworden ist. Ich beginne jetzt aber auch deshalb, weil ich - wie einige andere auch - möchte, daß die Odyssee, die ich durchgemacht habe, bevor eine Diagnose da war, andere warnt und andere Pferde vor dem Leiden bewahrt, das Tabbi unfairerweise durchlaufen hat.

Ich möchte aber auch, daß es alle Tierärzte und Kliniken warnt, wieder so fahrlässig mit so deutlich-undeutlichen Symptomen umzugehen. Doch dazu später.

Gleich vorab: diese Gedanken aufzuschreiben, gehört ganz sicher nicht zu den schönsten Erlebnissen mit meinem Pferd. Aktuell ist unsere Familie sehr auseinander gerissen: Puppe steht allein zuhause und hält Stellung, während Tabbi bereits in der dritten Woche in der Tierklinik in Bad Vilbel steht und eine ordentliche Ladung Cobactan intravenös bekommt. So makaber es klingen mag, der 3.1. war der bisher "beste" Tag diesen neuen Jahres und zwar insofern, als daß meine sieben Jahre (!) andauernde Vermutung, daß Tabasco sich mit Borrelien infiziert hat, sich endlich offiziell bestätigt hat. Als ich ihn der Tierärztin am 3.1. vorgestellt habe, mußte ich mich fast schämen, in welchem Zustand ein Pferd sein kann, das nicht in Irland oder Spanien auf der Straße ausgesetzt wurde, sondern sich eigentlich permanenter sorgenvoller Beobachtung erfreut. Ich wurde gefragt, ob ich ihn in den letzten sechs Jahren jemals geritten habe. ...

Nach einer kurzen Nicht-Bewegungsstudie (will sagen, wir versuchten ein Vortraben, was aber nur ein Vorschleifen war, da sich die HH quasi weder tragen noch balancieren konnte) nahmen wir Blut und dieses wurde endlich mal an Zecklab geschickt. Die Tests der Vorjahre, lieblos und ohne Überzeugung auf meinen Wunsch hin gemacht - waren immer bei den "herkömmlichen" Labors*, die leider offenbar nicht in der Lage sind, wirklich detailliert zu diagnostizieren, ob aktuelle Borreliose Vorgänge ablaufen. Nicht so Frau Dr. Liebisch von Zecklab, die ganz sicher zur versuchten Rettung des Tabasco beiträgt. Über die Werte informiere ich gern per persönliche Anfrage.

Dies sei der Vorspann, ich zäume die Sache jetzt mal mehr oder weniger von hinten auf.

* wichtig ist vielleicht auch noch die Anmerkung, daß diese Tests alle nicht eindeutig negativ waren, aber leider auch nicht eindeutig positiv. Die leicht positiven Titer wurden mit einem völlig normalen Borrelienkontakt in Verbindung gebracht. Heute würde ich 1. jeden Bluttest auf Zecken ausschließlich an das Zecklab schicken und 2. bei auch nur leichtem Verdacht plus entsprechenden Symptomen eine Behandlung mit Antibiotika in Erwägung ziehen. Ich bin sicher, daß es zum frühestmöglichen Zeitpunkt mehr Heilungschancen gibt, als wenn alles bereits in einem dramatischen chronischen Stadium ist.

Wednesday, November 14, 2012

2012

Nach einer langen Sendepause möchte ich dieses Jahr einmal Revue passieren lassen.
Im Grunde verlief alles bisher recht unspektakulär, und in so einem Fall bleibt dann der Bleistift auch oft mal in der Schublade.
Glücklicherweise heißt das auch, daß wir keine größeren Hindernisse des täglichen Lebens mit den Pferden zu verzeichnen hatten.
Summa summarum haben wir seit dem Frühjahr ein kleines Koppelstück im Dorf quasi direkt übernommen. Dieses jedoch hat sich im Laufe des Jahres als ein recht großer Brocken erwiesen: es war ob jahrelanger Nichtnutzung völlig von Dornen überwuchert. Der Zaun mußte neu gemacht werden, und auch andere natürlich gewachsene Sträucher und Pflanzen mußten der Sense zum Opfer fallen. Bzw. einige müssen es noch immer, so flott geht das alles nicht von der Hand. Jetzt haben wir zwar noch immer keine perfekte Koppel, aber immerhin waren die 2 mittlerweile schon einmal zur Einweihung auf dem Grundstück.
Puppe hat über den Sommer einigen Nachbarkindern das leichttraben beigebracht. Im Sommer ist sie eine Reiterrallye mit Lara mitgelaufen und die beiden haben das ganz klasse gemacht. Sie hat wohl einmal versucht, etwas schneller zu sein als die großen Kumpels, aber Lara hat sie auf dem Acker wieder bremsen können und Yvonne (ihre Mama) hat sie dabei ganz cool und souverän gecoacht. Ich habe vor, etwas Handarbeit mit ihr zu machen, denn zum Kutsche fahren gab es bislang noch keine Gelegenheit. Sollte es im Winter einmal ausreichend Schnee geben in unserer Ecke, werden wir ganz sicher ihr Talent vor dem Schlitten bzw. vor Skiern testen. Wobei das mit dem Schnee in unserer Ecke immer so eine Sache ist. Puppe hat im Fasching in Bruchköbel eine gewisse Berühmtheit erlangt, denn Christian hat ihr einen eigens getexteten Song gewidmet. Leider gelingt es mir derzeit noch nirgends, den Song einmal als Hörprobe zur Verfügung zu stellen:

FOLGT, immernoch technische Probleme 



Auf Turnieren waren wir dieses Jahr nicht, aber Turniere gehören auch - aus allen bekannten Gründen - nicht mehr in meinen Plan*.
Sehr schön war ein Ausritt mit den Hammersbacher Pferdefreunden - via Kinzig-Badestelle zum Buchwaldturm. Dort hat Chris dann Tabbi und mich abgeholt.
Einmal haben wir die beiden verladen, und sind mit unserem nagelneuen RAV 4 nach Bad Tölz gefahren. Tabbi und Puppe standen eine Woche recht luxuriös auf dem Bohmerhof, und wir haben im Schusterpeter direkt an der Isar sehr sehr schön gewohnt. Ein Urlaub mit Pferden, und dennoch so viele andere Aktivitäten, also streng genommen Urlaub ohne Pferde (da ja füttern und misten wegen Vollpension ausgefallen ist): 2x auf den Berg, mit dem Radl um die Seen, ich war ziemlich begeistert von der Ecke da unten. Am schönsten fand ich unser Abschlußdinner auf der Waldherrn-Alm, wo wir tags zuvor nach einer Wanderung einen weltbesten Kaiserschmarrn gemeinsam verspeist haben.

Derzeit kommt der dunkelste Tag des Jahres auf uns zu und damit die Jahreszeit, die ICH am wenigsten mag. Noch gibt es Tage, an denen man schön im Sonnenschein durch das Laub und den Indian Summer reiten kann, aber zunehmend wird es sehr naßkalt und geht auf den Frost zu. Gefrorener Boden hat für mich den Vorteil, daß die Pferde sich auf der Koppel austoben können, aber ansonsten hat er tendenziell eher nur Nachteile... naja, we'll keep you posted.


*Turniere: wenn ich mir überlege, welches Budget ich mir spare, und wieviel im wahrsten Sinne freie Zeit an den Wochenenden daraus resultiert, dann weine ich der Sache kaum mehr Tränen nach. Der Sport ist sehr aufwändig in jeder Hinsicht. Und ganz ehrlich, nachdem ich in der letzten Zeit auf unseren regionalen Turnieren gelegentlich als Schreiberin ausgeholfen habe: die Abrechnung mit der ländlichen Reiterei fällt bei mir eher schwach aus. Mögen jene, denen das jahrelange und sonntägliche E/A/L-Reiten Freude macht und womöglich noch das eine oder andere Schleifchen bringt, daran weiterhin ihren Spaß haben. Finanziell lukrativ ist es sicherlich nicht mehr.

Friday, February 10, 2012

Not macht erfinderisch - Arktis Calbach Teil 1

Ehrlich gesagt hoffe ich, daß es keinen Teil 2 geben wird, zumindest nicht in 2012.
Und ich wünschte, Not hätte früher erfinderisch gemacht. Was für Tage! Diese Woche kam alles zusammen, was nicht passte. Ein schlechtes Omen war schon am vergangenen Montag, daß mein Schmied seinen Termin bei uns vergessen hat - und auch anschließend nicht erreichbar war, um dieses Manko auszubessern. Doppelt blöd, daß er es sich jetzt endgültig verscherzt hat, da ich bei Unzuverlässigkeit nur in Ausnahmefällen zweite und dritte Chancen vergebe. Und hier waren es jetzt gefühlte 1000 Chancen... es ist seit mehr als 10 Tagen zwischen minus 8 und minus 26 Grad. Die Pferde stehen - leicht eingedeckt draußen auf dem Paddock und kommen tagsüber auf die Koppel. Das finden sie klasse. Puppe ist heute morgen sogar allein auf die Koppel gelaufen. Ab und zu leistet sie sich mal kleine Extravaganzen, die Chris im Büro zumindest köstlich amüsieren.
Dann ging - ob des Frosts - das Auto kaputt. Bzw. sprang nicht mehr an, was auf dasselbe rauskommt. War ca. 4 Tage in einer  Vertragswerkstatt, um 6 Glühkerzen auszuwechseln. Dumm, hab halt nicht nur den falschen Schmied, sondern auch die falsche Autowerkstatt. Nicht genug, fiel gestern früh nach einigen "Warntönen" in der Leitung auch noch das Wasser aus. Sagt der Installateur am Telefon "und was soll ich da jetzt tun?". Ich "...".
Wir haben dann die Stelle lokalisiert und gut beheizt, und wenigstens war nach 1h das Wasser wieder aufgetaut, und nicht mal eine Leitung geplatzt. Das Auto hab ich mittlerweile auch wieder, und ein anderer Schmied ist eingesprungen, so daß Tabbi auch wieder passable Zehen hat.
Endlich konnte ich heute die Sonne nutzen, um einen schönen Ausritt auf den Düdelsheimer Berg zu machen. Im Schritt. Der Boden ist betonhart. Dort war ein Cavaletti-Paradies erster Güte aufgebaut. Auf weichem Laubuntergrund lagen kreuz und quer frisch geschlagene Baumstämme. Wir legten also eine Cavaletti-Einheit ein, und hatten wahrlich Spaß. Neben den Altenstädter Fluten (Überschwemmungswiesen) ist das das netteste Naturhindernis gewesen, das mir in letzter Zeit serviert wurde. Das machen wir morgen gleich nochmal.

Saturday, January 07, 2012

Dreikönigsspringen Reitsportzentrum Ronneburg

Nachdem wir über Silvester am Hoherodskopf waren und mit den Pferden wahre Wanderritte im Schnee unternommen haben*, begann das Jahr 2012 quasi so wie das alte Jahr aufgehört hatte: stürmisch, regnerisch, uncool. Und meine Unsicherheit, wie ich meinen Pferden am besten gerecht werde, ist unverändert da. Dann rief Facebook für den heutigen Samstag zur Veranstaltung im benachbarten Ronneburg: Dreikönigsspringen!
Kurzerhand meldete ich uns an. Grundsätzlich war ich absolut motiviert und bereit, hier selbst in den Sattel zu steigen, doch meldete sich kurzfristig Saskia und übernahm die Pilotenrolle. Ich hoffe, ich konnte ihr von unten ein paar gute Tipps geben. Frank Wagner, Ausbilder in Ronneburg, hatte einen einladenden Parcours gebaut und war stets mit Tipps zur Stelle. Ein Riesen-Kompliment an Frank! Frank kannte weder Tabbi noch mich noch Saskia, und dennoch stimmten seine Einschätzungen komplett mit meinen Erfahrungen überein. Saskia pilotierte sicher und stilistisch schön über die Sprünge. Tabbi war - erwartungsgemäß - ziemlich grell, so daß sie bestimmt 500 Kalorien verloren hat bei der heutigen Etude. Aber am Ende fuhren wir glaub ich alle zufrieden heim. Und ich freue mich, daß ich einen neuen Trainer gefunden habe, bei dem ich regelmäßig ein paar Hüpfer machen kann!

*Ich ritt mit Tabbi, Chris wanderte mit Puppe. Wir waren im Bert'l B&B, einer Wanderreitstation, die ich uneingeschränkt empfehlen kann. So nett, daß selbst das wirklich rauhe Wetter nur 30km von Büdingen weg und ca. 600m höher uns nicht viel anhaben konnte. Windig, neblig und kalt. Schön, daß ein warmer Holzofen und die Sauna bereit standen! Schön, daß so eine sehr nette Truppe am Tisch versammelt saß, und die Gastgeber mit sternefähiger Küche aufwarteten. Aber die Galopps im Schnee waren für mich der absolute Traum!!!

Tuesday, December 06, 2011

2011 endet mit einem Ausflug in die Reithalle

Nach monatelangem Ausreiten in den schönen Calbacher Wald- und Flurstücken habe ich mir für das vergangene Wochenende zur Abwechslung einen Ausflug in die Reithalle meines Heimatvereins RC Altenstadt auf den Plan gesetzt. Relativ spontan, nachdem mir Micha erzählte, dort würde ein Springlehrgang mit Jörg Schaffner stattfinden. Nun bin ich immer skeptisch gegenüber neuen Ausbildern, die weder mich noch mein Pferd kennen. Aber: schön, daß ich auch diese 2 Tage wieder zu den schönsten Erlebnissen mit meinem Pferd verbuchen kann. Was ist schön? Schön ist, wenn ich wirklich Freude am Reiten habe. Noch schöner ist, wenn ich das Gefühl habe, mein Pferd hat Freude. Und noch mehr als das, wenn er - wie ich ihn kenne - immer hinzieht, da rüber will und sogar dann höchst vorsichtig und fehlerfrei darüber springt, wenn es meinerseits so gar nicht paßt. Da ziehe ich vor Tabbi den Hut, das verlangt mir wirklich Respekt ab.  Ich habe leider wenig Feedback bekommen, aber nach meiner selbstkritischen Einschätzung war unser Auftritt dort überwiegend harmonisch, und mein Sitz, naja ich sag mal es gibt Schlimmeres. Nach 2 Jahren Reitpause plus OP ist da sicher Verbesserungspotenzial drin. Und dafür suche ich mir jetzt geeignete Ausbilder (was die schwierigere Aufgabe sein dürfte)... Daß ich mich zum Sprung hin nicht genügend aufrichte, ist irgendwie mein altes Problem. Das läßt sich beheben, da muss nur jemand sich beharrlich den Mund fusselig reden. Ansonsten kann ich nur sagen, nein, das kann sich kaum jemand vorstellen. Das war SOOOO SCHÖN!!! Ich weiß auch nicht, ob ich das mit etwas vergleichen kann. Also z.B. mit dem ersten Sprung, den man mal in seinem Leben macht. Oder einem beeendeten Ausdauerlauf (z.B. Halbmarathon)... Reiten ist eben doch was anderes.

Sunday, October 30, 2011

Vorschau auf 2012 - meine Pläne

Impatient as I am, I am looking forward to next year's challenges with Team Tabasco Eventing. It was a truly wise decision that I did not even think about entering any trainings or competitions this year. Over the last months however, my hip behaved quite well.  So well that I dare to dream about 24 or more months to come filled with riding activities.
For next year, I have planned to take part in a clinic at WRFS Münster, for a Trainerfortbildung "Reiten als Gesundheitssport" (advanced trainer's course with a focus on physical health by riding horses). This training will be in May.
Around Easter, we plan a one-week vacation with both horses (a family-trip) to Northern Germany with Ursel and Dominique. For that week, I have in mind to train on the wonderful Valluhn cross-country grounds, and to take a ride into the Baltic Sea which is not far from the place where we plan to stay.
In fall, there will hopefully be the re-make of our great Natterholz weekend (although not in Natterholz but most likely in Apfeldorf with Eva, Simon and Renate and her family.
I need these goals and plans für my own motivation. These three events help me so much in re-gaining spirit and confidence in myself and in riding.
At the gym, I have a new training plan which requires some real effort and which definitely supports my activities. This is a lot of fun, too. At home, I / we still enjoy our "funny couple" in the backyard. It is hard to describe how those two act. I am definitely happy to have them at home. There are so many things I missed when we had them stabled at a barn.
Besides the plans above, I have still some room for other ideas. Severloh is definitely still on my to-do list, and with a capital big maybe the Hunter event in Essen. But first, I have to re-start riding.
As passive activity around eventing, I have set my mind on helping at some international events again. France (WEG Caen) is coming close, and for next year Chris and I will see that we can assist in Marbach or Radolfzell to enjoy the international flair of eventing.

Last but not least, to be posted in a separate entry, all around the above mentioned activities there is the season plan for Tabasco which has yet to be evaluated. I explained in my last post which criteria are valid for my wonderful horse's sporting career.

"Saisonrückblick" 2011

(Eigentlich ists ja fast lächerlich dieses Jahr von einer "Saison" zu sprechen, aber...) Nun, die Turniereinsätze für Tabasco waren heuer überschaulich. Das Jahr fing so an, daß Philine mir den guten Tipp gab, Star-Jockette Heike Jahncke zu fragen, ob sie Tabasco in ein paar L und CIC* Vielseitigkeiten vorstellen möchte. Und - sie mochte!

Wir waren dann im März auf Einladung der TSF (hier konnten wir von Heike's Einladung mit Kaete profitieren und Tabbi mitnehmen) in Warendorf direkt auf dem Gelände des DOKR. Das Training an der Bundeswehrsportschuel wurde von Kai-Steffen Meier gehalten, Wetter war für die Jahreszeit spitzenmäßig. Der Übungsplatz dort bietet neben hervorragendem Boden, der für fast alle Witterungen geeignet ist, einen Sprungpark erster Klasse. Eher wenig ganz einfache Aufgaben, aber dann wirklich fast alle möglichen Geländesprünge, die man sich vorstellen kann. Ein variabler Wasserkomplex, Auf- und Absprünge, schmale Elemente, eine Sunken Road... Heike hatte bis dato grad einmal auf Tabbi gesessen, der bekanntlich 2 Saisons nicht wirklich sportlich im Training war. Dafür haben die 2 ihre Aufgaben wirklich beachtlich gemeistert. Aus meiner Sicht war Tabasco nicht  durchgymnastiziert. Da er gerade im Gelände manchmal etwas grell wird, ist es natürlich für einen Reiter nicht ganz einfach, das recht ungymnastizierte Pferd fachgerecht zu regulieren. Da wir alle einen recht ehrgeizigen Ansatz hatten (haben), haben Heike und ich noch ein paar Wochen über die Situation nachgedacht und uns dann dagegen entschieden, die Saison im Wettkampf anzugehen. Hintergrund ist, daß ich Tabasco auf keinen Fall wegstellen möchte. Da Heike doch über 100km weit weg wohnt, war damit die reelle Möglichkeit zu trainieren nicht gegeben. Alles andere wären Kompromisse geworden. Dennoch bin ich 100%ig sicher, daß sich die Beiden mit etwas mehr Training hervorragend zusammen gefunden hätten und erfolgreich gestartet wären...

Einige schlaflose Wochen (in dieser Hinsicht zumindest) später startete dann das Duo Christoph Wörner mit Tabasco. Christoph wohnt zwar deutlich näher als Heike, ist jedoch beruflich so eingebunden, daß auch hier im Training Kompromisse zu machen waren. Die Harmonie zwischen den beiden stimmte vom ersten Reiten an, so daß ich zunächst zuversichtlich war, daß wir dennoch auf unser Ziel zuarbeiten könnten. Schlußendlich startete die Saison relativ unvorbereitet mit eineer Nachnennung im Mai in Altenstadt, wo die beiden nach einer hm, verbesserungsfähigen Dressurleistung sich noch ins vordere Drittel vorkämpfen konnten. Besonders beachtlich für dieses Debut war die Nullrunde im Gelände, die nicht einmal 15% der Teilnehmer geschafft haben. Anschließend folgte eine weitere A-Vielseitigkeit in Obernburg. Aus meiner Sicht vom Rand des Vierecks war der Auftritt der Beiden in Obernburg bereits deutlich harmonischer, dennoch zeigten sie auch hier eine recht schwache Dressur, was letztendlich wieder zu einem Reserveplatz am Ende führte. Mit dem CIC* im Hinterkopf nannten wir zum "vorbereitenden Training" bzw. als Formüberprüfung gedacht dann ein L-Springen auf dem Trakehner-Turnier in Rodheim-Biber im August. Tabbi und Christoph konnten sich im A-Springen einen schönen 3. Platz erreiten, im L-Springen fielen leider aufgrund mangelnder Harmonie zweimal die Stangen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir aus Termin- und Trainingsgründen bereits abgehakt, daß es 2011 noch zu einer L- oder CIC* VS kommen könnte. Stattdessen war das erklärte Saisonziel der Start in Drommershausen zur HMM. Um es vorwegzunehmen: durch einige ungünstige Vorfälle (ich hatte 1 Woche vor dem Turnier eine Chiropraktikerin am Pferd, nach deren Behandlung er komplett klamm ging und unreitbar war) sind wir nicht dorthin gefahren - allerdings ist das Turnier auch wegen heftigen Unwettern ins Wasser gefallen und somit aus-gefallen. Damit - und mit den Folgen der chiropraktischen Behandlung - gehen wir in einen Reha-Herbst, was aufgrund meiner anhaltend beschränkten Reitsituation wirklich nicht dramatisch ist. Dramatischer ist für mich die derzeit ungeklärte Frage, ob Tabasco grundsätzlich gesundheitlich "sportfähig" ist. Ich bin überzeugt, daß er sowohl vom Vermögen als auch vom Biß und seinen gesamten Eigenschaften sehr wohl in der Lage ist, eine Sterneprüfung nicht unter "ferner liefen" zu beenden. ABER die wichtigste Grundvoraussetzung dafür ist, daß er körperlich fit und gesund ist. Ein sorgfältiges Aufbautraining wird dann zeigen, ob wir den Weg zum Stern wagen können - oder es lieber lassen sollten.


PS: Das Trakehner Turnier ist wirklich eine gute Erfindung, mir hat das Ambiente dort sehr gut gefallen. Schade, daß Dressur und Springen terminlich getrennt waren, und schade, daß doch nur recht wenige Elche den Weg dorthin gefunden hatten....