Monday, May 23, 2016

Incredible news

A test result shows that like Tabasco, I also have a chronic version of lyme disease (Borreliose) that is most likely reason for diverse health issues including my difficulties in moving.

Actually, I have to digest this information as it is so awkward that the disease my dear Tabbi suffered from is exactly the disease that I supposedly have. I have seen the paper with the LLT result otherwise I would not have believed this. It's from a different lab (Berlin) than Tabbi's (Zecklab).

The treatment will be similar. We will do the four week minocyclin plus 7 days metronidazole and when I am finished, I will go straight to Hamburg to get my new hip. There's so much to understand about this, and so much to organize around it. The doc sais he wants the borrelia to be attacked before I get surgery again, and so the order is logical and hopefully ok.

I have no clue. I just know that I miss Tabbi soooo much.

Thursday, May 12, 2016

Ein halbes Jahr mit Pit - ein halbes Jahr ohne Tabbi

Wie die Zeit vergeht!

Jetzt ist Cockpit schon fast ein halbes Jahr bei uns in Calbach. Ich muss immer wieder sagen, dass er in jeder Hinsicht sehr anders ist als Tabasco. Und er ist kein Trakehner! Er ist ein HESSE. Ich vermisse Tabasco so sehr. Natürlich (!) wollte ich überhaupt keinen (!!) Klon, aber dennoch ist man nach gut 10 Jahren mit einem treuen Freund und Partner doch auf einige Dinge eingestellt, die ich nun umstellen muss.
Cockpit ist in mancher Hinsicht eher ein zweiter Schöngold (Tabbis Vorgänger), sowohl optisch als auch von der Veranlagung.  Mittlerweile habe ich einiges über den Hengst Cockpit herausgefunden. Er scheint nicht gerade ein Vererber von Leistungsbereitschaft und Einstellung zu sein. Ich persönlich glaube, dass mein Pit vom Naturell nicht nur sehr unsicher ist, sondern regelrecht ein Problem mit den Nerven hat. Das äußert sich in unerwarteter plötzlicher Schreckhaftigkeit, aber auch in Sehproblemen (zumindest wirkt es manchmal so). Dass er nicht auf dem Transporter stehen mag, passt für mich in dieses Bild, denn Züchter und Vorbesitzer versicherten mir, dass ihm nie wirklich was da oben passiert ist, weshalb er das nicht mag. Das heißt im Klartext, dass wir in letzten halben Jahr mangels Halle am Ort nur im Wald ausreiten oder zuhause longieren waren.

Manchmal denke ich, er meint, dass es ausreicht, einfach nur schön zu sein und vor allem viel zu kuscheln. Das funktioniert auch gelegentlich. Wenn wir beispielsweise aus dem Wald kommen, und die Baumaschinen der Firma, die Calbach als einen der letzten Orte der Welt mit dem schnellen Internet ausrüstet, lautstark brummen, halten die lieben Kollegen der Büdingen Firma schon auf ca. 200m Entfernung ihre Maschinen an, weil sie von Pit geblendet werden. Sie schauen der schneeweißen Schönheit dann anmutig zu, wie sie vorgeblich stark und mutig an der Baustelle vorbeischreitet und starten erst dann wieder. Das ganze ist aber auch gut so, denn andernfalls wären wir vermutlich häufiger ungewollt im Nachbartal, in Diebach oder auf der Ronneburg, zu Gast (weil er dann panikartig flüchten würde). Neulich sagte auch so ein Rapper-Verschnitt mit Hund, der an mir vorbeilief "...was ein geiles Pferd!"... Tja. Drum gibts ja auch die ersten Anfragen für Model-Shootings (Mode).


Ich glaube, dass Cockpit der Familienanschluss auf unserer kleinen Farm sehr gut tut. Er hat ein Weilchen gebraucht, aber mittlerweile fühlt er sich in seiner 3x5m Luxusbox ebenso wohl wie mit den Damen auf der Koppel. Und dass im Dorf ständig was los ist, trainiert das zarte Hirnchen. Davon erhoffe ich mir auch zunehmend mehr Coolness in manchen Belangen.

Was jetzt so ansteht.
Nach dieser ersten Analyse habe ich einen neuen Freund, der extrem lieb und anhänglich ist, aber auch zarte, aber deutliche Führung benötigt. Der nach meinem Empfinden noch immer nicht so genau weiß, was er eigentlich könnte wenn er denn wollte. Der lernen muss, kleine echte Erfolgserlebnisse zu haben anstatt nach 2 Tritten Rückwärts an der Hand schon ein Leckerli zu fordern. Das wird er lernen! Und ich sehe es als meine Aufgabe, ihm diese Selbstsicherheit beizubringen. Die ihn auch dazu befähigen soll, locker am durchhängenden Zügel durch den Wald zu bummeln. Die Welt ist nicht so gefährlich, wie er meint - der kleine Pit.
Er geht mittlerweile wie Tabbi früher auch quasi ohne Halfter und Strick neben mir aus der Box und in die Box, wenn er zum Misten mal auf den Zierrasen darf. Arbeit an der Hand habe ich intensiviert, auch weil (I hate to mention it) meine 2. Zimmer Spotorno Hüfte bereits in Hamburg auf mich wartet. Die Firma Zimmer baut Hüften, mit denen ich mich dann hoffentlich wieder besser bewegen kann als derzeit mit dem Originalteil. Jedenfalls habe ich ein paar Grundregeln der klassischen Handarbeit von Sonja Weber gelernt, an denen wir mit viel Freude und Ehrgeiz arbeiten. Auch Cavaletti und kleine Sprünge an der Longe lockern das Bespaßungsprogramm etwas auf.

Thursday, January 28, 2016

Ankommen - mit Cockpit geht's weiter

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Post nennen soll.
Ich habe lange überlegt, ob ich Tabasco's Tagebuch überhaupt weiter führen soll. Ich hätte mir gewünscht, dass er noch gut 10 Jahre an unserer Seite mit uns durchs Leben geht. Aber dieser Wunsch ist nicht erfüllt worden, die Borrelien haben in seinem Körper zuviele Schäden angerichtet. Erst heute morgen habe ich im STERN (Wartezeit Arztpraxis) wieder einen Artikel gelesen, wo ganz lapidar am Rande erwähnt wurde, dass der Herzfehler einer Patientin borrelienbedingt war. Sie hatte Jahre zuvor eine Zecke entfernt und plötzlich tauchte dieses Problem auf. Bluttest positiv, gleich mit Ceftriaxon (glaub so heißt das Cephalosporin für Menschen) behandelt, und offenbar tatsächlich in den Griff gekriegt. Da freu ich mich, aber dennoch wird Borreliose immer noch zu oft unter den Tisch gekehrt. Gibts nicht geht nicht.
Nun, soeben sitze ich mit einem dampfenden handgebrühten Kaffee vor der Tastatur und habe sonnige 2 Stunden auf dem Hof verbracht. Zunächst damit, die Paddock-Team-Kompabilität der Dreierbande zu testen und trainieren.

Tessi sieht Cockpit als Konkurrenz und attackiert ihn regelrecht, damit er bloß nicht zu nah an ihre Puppe geht. Puppe und Cockpit verstehen sich gut (Alpha plus lieb, das geht immer) und es sieht zu putzig aus, wenn klein Black und groß White zusammen kuscheln... Aber es wird besser mit den Dreien. Puppe kam damals als Kumpelin für Tabbi zu uns in den Stall und ich sehe sie immer noch als dieses Bindeglied zu ihm. Die beiden waren dickste Freunde. Damit hat Puppe natürlich auch eine besondere Stellung in meinem Herzen. Pit auch, denn er "ersetzt" Tabbi. Die leere Box konnte ich nicht gut ansehen, das hat mir jeden Morgen einen Stich versetzt.

Dann habe ich zum wiederholten Male mit Cockpit verladen geübt. Allein, er muss allein rein. Irgendetwas hält ihn noch davon ab. Die Enge in dem Ding mit Sicherheit. Auf alle Fälle stellt er meine Geduld grad ziemlich auf die Probe. Das schadet mir nicht, weil meine Geduld weiß Gott nicht meine Stärke ist. Die Zuversicht habe ich dennoch, denn nach den wenigen Wochen, die er jetzt hier ist, sehe ich einen Engel. Allein dass er schneeweiß ist (theoretisch), macht ihn zum Engel. Ich habe den Eindruck, dass er immer, wenn ihm gelungen ist, etwas für uns Menschen gut zu machen, gaanz stolz auf sich ist und das dann zeigt, indem er mega schmust. Genauso zeigt er jegliche Art von Anspannung, positiv oder negativ, durch Wälzen. Der wälzt sich 100x am Tag. Ich glaube, der Bub hat gaaanz feine Antennen. Und die gilt es zu überzeugen, mit Vertrauen.

Was heißt Ankommen ansonsten. Endlich merke ich, dass Pit ankommt und auch ich endlich in Büdingen mehr Heimat empfinde. Solange ich noch in Frankfurt gearbeitet habe, war ich quasi kaum in Büdingen, also so maximal 2x im Monat. Das sollte sich ändern - und das hat sich geändert.

Letztlich habe ich noch eine Runde allein in der Sonne ausreiten geübt. Wie oben erwähnt, war ich heute beim Orthopäden. Der Reitunfall vor 8 Jahren hat leider massiv Spuren hinterlassen und so musste ich mir anhören, dass mein Fahrgestell hochgradig im Arsch ist. Also ein Auto würde man vermutlich in dem Zustand verschrotten. Was macht Schüller? Schafft sich ein neues Pferd an.

Naja, ein Pferd kann ein Fahrgestell in gewisser Weise ja auch "ersetzen"... wie auch immer, diese Vorrede soll betonen, wie wichtig es ist, dass mein Pferd beim Auf- und Absitzen 100 pro stillsteht und auch sonst höchst kooperativ ist. Denn rostige Fahrgestelle sind nicht so gut wenn es darum geht, Rodeo zu gewinnen. Jetzt hake ich diese Tasks von heute als gelungen ab und sehe wieder mehr Licht am Horizont.
Die Pläne bzw. Vorstellungen über das "Projekt" Pferd sind natürlich aktuell völlig anders als damals, als ich Tabasco gefunden habe. Damals habe ich explizit ein Buschpferd gesucht, welches sich für die drei Disziplinen Dressur-, Spring- und Geländereiten eignet. Dieses Pferd hatte ich in Tabbi gefunden. Und er hat mir damit einen Traum erfüllt.
Von den Papieren her ist Cockpit nun im Grunde mindestens genauso geeignet für den Busch. xx und AA im Pedigree (Sacramento Song und Ramzes), jedoch ist er wie gesagt sehr zart besaitet und ich bin mal so gespannt, welche Aufgaben wir gemeinsam stemmen werden. So fremde Sprünge kann er sich glaub ich überhaupt nicht vorstellen. Und seine eigentliche Aufgabe, nämlich mein Kumpel für Ausritte zu werden, ist auch noch nicht so ganz selbstverständlich. Denn frisch gesägte Bäume am Wegrand haben etwa denselben Gruselfaktor wie Mülltonnen mit offenem Maul am Wegesrand. Und somit sind sie kein Gramm besser als ein Tiefsprung auf einer Geländestrecke. Das Leben ist schon nicht einfach, wenn man außerhalb seiner Box überleben soll...
Ich hab auch schon über Bodenarbeit (Langzügel-Arbeit etc.) sowie über die Aufgaben der Working Equitation nachgedacht. Ersteres, da ich ja nicht mehr so ganz optimal selbst dressurmäßig arbeiten kann (daher, why not, eben von unten) und er ein durchaus versammlungsbereites Pferd ist, letzteres, weil mir das eine neue und durchaus ambitionierte Aufgabe verspricht.
Cockpit wird vermutlich mit allen Trail-Aufgaben, noch mehr jedoch mit Kühen, eine Herausforderung haben. Darauf habe ich jetzt so richtig Lust!!!

Tuesday, October 20, 2015

I am feeling miserable!

Can you imagine how one feels if his horse is standing around the corner with swellings and pain? And no one apparently can do anything about it?

All ideas four vets had in the last weeks ended up without any success.

All we tried ends up in contradictory ways. Leading him / walking him does not better but rather worsen the situation. He is so playful, he is so trying, he is such an ANGEL!!

And I am feeling miserable, looking for clues to solve the situation. Can't find any. Come on, keep fighting gentle angel!! We want to have you here on earth.

Nachtrag:

Am 2. November um 8 Uhr morgens ist Tabasco im Frühnebel und umgeben von seinen Ponies von uns gegangen. Ich stelle mir vor, dass er jetzt mit seinem Freund Schöngold da oben über herrliche Wiesen galoppiert. 

On November 02, Tabbi left us. He was surrounded by his pony friends and totally calm in the morning fog on his pasture. I imagine him playing with Schöngold up there, grazing and enjoying green fields.


Wednesday, May 06, 2015

Trakehner - Gestüt Webelsgrund oder wenn man bei alten Meistern lernen darf

Heute möchte ich mal ganz spontan meinen zufälligen, aber immer wiederkehrenden Bezug zum Trakehner Pferd resümieren. Hintergrund sind mehrere Gespräche mit heutigen Bekannten, die spät zum Pferd gefunden haben und mir immer wieder vor Augen führen, wie dankbar ich einigen Zufällen sein darf. Wie dankbar ich sein darf, dass ich Einiges A und O der Pferdehaltung, des Umgangs mit Pferden und schlußendlich auch des Reitens bei einem alten Meister lernen durfte. Ohne dass es präzise eine Berufsausbildung gewesen wäre, sondern quasi im Jugendalter, so "nebenbei".
Das Gestüt Webelsgrund in Springe am Deister spielt dabei eine große Rolle. Ziemlich witzig, dass auch mein Tabasco dort auf der Jährlingskoppel aufgewachsen ist - nachdem ich längst über alle Berge war!
Once upon a time. Als ich in der dritten Grundschulklasse war, zog meine Familie nach Völksen (Springe) in Niedersachsen. Wenige Jahre später lernte ich meine Schulfreundin Mareile Oellrich kennen, mit der ich zumindest mal die Liebe zum Pferd und zum Reiten teilte. Meine Schwester und ich hatten seinerzeit ein Welshpony, mit dem wir uns das Reiten bis hin zu ersten Ponyturniererfolgen quasi selbst angeeignet hatten. Damals (!) war es noch so, dass in einer Reiterprüfung, die durchaus auf einem abgemähten Stoppelacker stattfinden konnte, bis zu 30 Kinder in einer Abteilung waren. Und wer nicht im ersten Viertel platziert war, der hatte ein wunderschönes, fürchterliches braunes Schleifchen zur Erinnerung am Revers stecken. Sagt man heute Spinat zu den grünen Schleifchen, so was das damals "kack...". Und das möchte ich den heutigen Kids mitgeben, die zu viert in einer Führzügelabteilung reiten, wo niemand ein braunes Schleifchen bekommt.
Zurück zum Thema. Im Nachhinein ist es mir eine große, große Ehre, dass ich fortan an Wochenenden und immer, wenn wir Zeit hatten, bei Oellrichs auf Webelsgrund ein- und ausgehen durfte. Wir halfen im Stall mit - Lehrjahre sind wahrlich keine Herrenjahre, und in den Genuss, einmal in den Sattel zu steigen, kamen wir eher selten. Wir übernachteten im Stall und hielten Stallwache, wenn es zu den Fohlengeburten kam. Ich glaube, die Überwachungskamera gab es damals noch nicht, aber es war auch eine Sache der Ehre, im Stall zugegen zu sein. Wir durften Pferde führen, junge Pferde und alte Pferde, und manchmal auch Kanzler und Tenor. Wir waren beim Laufen lassen dabei, beim Freispingen in dieser schönen alten Reithalle des Gestüts. Wir besuchten auch mindestens einmal gemeinsam den Züchterkollegen Langels in Hämelschenburg, welches an Charm Webelsgrund bekanntlich um nichts nachsteht.
Was ich besonders schön in Erinnerung halte, waren einige schneereiche Winter, in denen Peter Oellrich seine zwei Ponies vor den Schlitten spannte und wir im Saupark unterwegs waren. Danach gab es  immer lecker zu Essen im Gestüt. Ach, das war wirklich eine so so schöne Zeit!
Es gab unter den vielen anderen schönen Trakehnern auf Webelsgrund auch Polargeist, einen bildschönen Rapphengst. Ich habe Mareile damals sehr darum beneidet, dass sie ihn reiten durfte. Ich erinnere mich, dass sie einmal im Damensattel auf der Pferd & Jagd in Hannover eine Schaunummer mit ihm geritten hat. Ganz ehrlich, die züchterische Bedeutung und die Klasse der Pferde war mir damals noch nicht bewusst, ebensowenig war mir bewusst, wie sehr ich diese Art und Weise, an das Pferd herangeführt zu werden, später schätzen würde. Mir war nicht bewusst, welche Rolle der Trakehner und seine Historie in der Pferdezucht und für den Menschen spielt. Heute weiß ich das, ich habe einiges gelesen und recherchiert.
Für mich steht Tabasco (seine Mutter, Elitestute Tiffany, gehört zur Familie der Trude, die im Treck dabei war) stellvertretend für den Krieg, das Leid und die Härte dieser Zeit. Tabasco repräsentiert für mich ganz persönlich die wahre Größe dieser Rasse, die Gelasenheit, die Härte (die er u.a. von Habicht hat) und absolute Leistungsbereitschaft. Ich habe ein Pferd, das für mich alles gegeben hat, obwohl ich ein banaler Hobbyreiter bin. Konkret, Tabasco ist für mich und mit mir Hindernisse gesprungen, vor denen ich (Feigling) ernsthaft schiss hatte. Meine Kunst war es, ihn das nicht wirklich merken zu lassen und ihn nicht zu stören. So waren wir in unseren wenigen Turnierjahren fast in jeder Prüfung wesentlich erfolgreicher als ich das avisiert hatte. Ich liebe dieses Pferd.
Nochmal zurück nach Webelsgrund. Peter Oellrich war ein großer Fan der Vielseitigkeit (für die ich damals seitens der Kadertrainer Pony Willi Korte etc. zwar in Frage kam, aber definitiv VIEL zu feige war!!!), der Vollblutpferde und der Pferderennen. Er kam, bevor er Gestütsleiter auf Webelsgrund wurde und die dortige Pferdezucht entscheidend und erfolgreich prägte, vom Gestüt Lobez im heutigen Polen. Aber was er uns vermittelt hat, war einfach der korrekte, souveräne und ruhige Umgang mit Pferden. Er hat uns vermittelt, dass die Momente des Glücks auf dem Pferderücken ebenso wie die Momente des Erfolgs nicht das sind, was das Reiten ausmachen. Sondern die harte Arbeit, das Hintenanstellen aller eigenen Bedürfnisse und das ausnahmslos konsequente Verhalten miteinander und mit den Pferden. Wahre Horsemanship. Danke!!!!


Sunday, May 03, 2015

Mutter-Kind Wochenende in Calbach

... mal wieder Zeit, einen neuen Post zu erstellen. Das Leben geht ja weiter. Derzeit sind unsere vierbeinigen Mitbewohner noch immer im Fellwechsel, während draußen alles in pittoresker Reihenfolge anfängt zu blühen. Derzeit ist nach den Obstbäumen der schöne Blauregen an unserer Hauswand dran. Der duftet auch noch herrlich. Und die Clematis bereitet sich schon vor, ebenso wie die Weinblätter.

Tabasco läuft seit 4 Wochen steif, und außerdem ist seit 2 Tagen seine Hautstelle am Hinterbein, die er bereits seit gut sieben Jahren hat, plötzlich dick geworden und aufgeplatzt. Ich beobachte die Hautstelle erstmal, um zu sehen, ob das eine Tierarzt-Thematik ist. Was das steife Laufen betrifft, kann ich nur davon ausgehen, dass es mit der Borreliose zu tun hat, und mache derzeit Retterspitz-Umschläge (äußerlich) und gebe Weidenrinde plus Cortaflex zum Futter innerlich, und hoffe einfach, dass es sich auf der Koppel regeneriert. Zumal er davor noch sehr sehr gut lief, ohne jedes Anzeichen von Rheuma oder Lahmheit. Ansonsten folgt Plan B, mit beiden Baustellen zum Tierarzt.

Den 1. Mai nutzten wir in Calbach für unser Pilotprojekt "Reiten im Gesundheitssport", das Mutter-Kind-Wochenende. Plan war, die neuen Schlafplätze einzuweihen, ein entspanntes Wochenende gemeinsam mit drei Muttis und vier Kids zu verbringen. Wobei entspannt nicht hieß: programmfrei. Ganz im Gegenteil. Die Führzügelklasse in Büdingen am Rosenhof musste auch noch für Leni, Maja, Soff und Puppe eingetaktet werden, so dass es am Freitag schon gleich sportlich losging. Jutta hat gleich zur Einstimmung eine von mir georderte Yoga-Session gemacht - erst mit den Erwachsenen, dann mit den Kindern. Als Ergänzung zu den Übungen, die auf dem Pferd gemacht werden.

Dann machten wir uns erstmal auf zum Rosenhof, wo Leni und Maja diesmal eine silberne und eine weiße Schleife des Hessischen Senioren-Dressurreiterclubs erreiten konnten. Puppe ist im Gegensatz zu anderen Führzügelponies, die scheinbar in Zeitlupe traben, um ihre oft noch viel zu kleinen Jockeys sitzen zu lassen, eher die kleine dralle Rennmaus. Leni und Maja sind noch mehr gefordert, Puppe's Vorwärtsdrang Einhalt zu gebieten und darunter leidet noch öfters der ganz perfekte Sitz, sozusagen die 9.0. Ein Shetty im Renntrab ist eben nicht wirklich ganz leicht zu sitzen, und wie Heiko (der Vorbesitzer) immer sagt: "Auf Puppe lernen, heißt reiten lernen". Genau.

Zurück nach Calbach. Für die Mutti's (Nicht-Reiterinnen, aber ex-Leistungssportlerinnen) musste natürlich Tabasco ran. Und der fand das offenbar auch ganz klasse. Wir machen quasi Pilates auf dem Pferd, die Einführung stand unter dem Motto "das Pferd bewegt den Reiter", und so kamen einige Balanceübungen, Dehnübungen und Aufgaben zu Anspannung und Entspannung ins Spiel, am Freitag erstmal ohne Sattel (da fühlt man besser die Bewegungen des Pferderückens), am Samstag dann mit Sattel. Am Samstagmittag waren wir dann fertig, glücklicherweise war schon morgens die Sonne da und Chris hat sich in der Küche mit Wunschkonzert-Speiseplänen wie Pfannkuchen und grünem Salat äußerst beliebt gemacht.




Thursday, December 04, 2014

Some thoughts towards the end of this year (2014) or: how I hate SPIROCHETES

This was another year with sorrows with regards to the health of my wonderful Tabasco. It turns out that my absolute hateword becomes SPIROCHETE and that I am getting tired and exhausted about having to bother so much with this topic.

This time, I have discovered a pretty sudden (as usual) lyme arthritis in summer. As mentioned before, I waited a while in order to see whether it would go away from alone. As it did not, we decided in September to treat Tabasco another time (the second time) with Cobactan, a fourth generation cephalosporine. Cobactan is said to kill borrelia. Tabbi was not home for my birthday which made me very sad. Instead, I had asked Chris to compile all videos he ever took from us in competition and we watched them together. It is a shame that such a gentle, scopey, powerful and talented horse had to retire because of SPIROCHETE invasions! It really is a shame. 

The treatment resulted in the fact that he can walk and run again, but he is still rather weak. When he came home after three weeks of treatment, I found his coordination not ok. After some reflection and further studies of all kinds of online texts, I decided to add a few days of Doxycycline. Now, he's still rather weak, but at least these issues about moving and coordination have disappeared. He's hacking with the ponies in the field and I am trying to get him back into strength.

It is now two years back that Tabbi was in a stadium where I, for the first time, had some thoughts about a decision that I normally do not like so much to take: the question of whether he would not survive his lyme disease, and whether I should let him go. Happily, my vet managed with the first Cobactan treatment to substantially improve his situation. Since then, I must say my feelings go up and down like a rollercoaster. Mainly because SPIROCHETES act like asshole rollercoasters - they come and go. Or rather, they cause pain and then they hide. Whatever. Since then, I live with the constant thought that as the moment was there, it might come back anytime, and possibly a lot quicker than I wish.

On the other hand, I feel a bond to my horse that is a lot stronger than it was before. I start to enjoy every single minute that I have the notion he's feeling well, he's enjoying his life and he's without visible pain. Now that I know how horrible it feels riding him when he can barely move, I even more enjoy the moments when we are able to canter through the fields. It's more intense, in both directions. As he's living at our house, I enjoy sharing my morning coffee with him, or even my breakfast.

Needless to say, I have by now found and read quite a few of the human online lyme diaries while searching the internet for useful information on HOW TO GET RID OF SPIROCHETES. Needless to say, I cross all our hooves and fingers that the SPIROCHETES in humans and animals alike are being fought successfully. I am very, very sad about each of those diaries I have read and the more happy if I read that some of the authors have managed to get rid of the SPIROCHETES - at least for a while.

For those who do not know: Borrelia, in our case B. afzelii, are spirochetes (like i.e. syphilis), a bacteria transmitted by tick bites. They often go with side infections, and untreated/ undiscovered, they penetrate the entire body (host) which results in severe and ongoing suffering. For some mysterious reason, science has not found valid and valuable solutions for treatment. There are no clear and obvious patterns and even after killed by antibiotics, the seem to have toxic residue that again and in addition causes problems of all sorts. What is called Borreliose in Germany, is called "lyme disease" in the USA but I guess it does not really make a difference how we call it. 

I am grateful to everyone who deems to have new findings on this "disease" and ask him to share with me. I am happy to share my experience and all data for scientific purposes and invite any lab / vet interested to contact me.


Photo: At least, the ponies are being worked allright.

Thursday, June 26, 2014

10 Jahre mit Tabbi - 11 Jahre mit Tabbi

Am 4.6.2014 wurde Tabbi 15 - und dieses Jahr ist er 10 Jahre bei uns. Ich wünschte, es gäbe Grund zu feiern. Obwohl die Zeit seit meinem letzten Post recht vielversprechend ablief, gibt es leider gerade offenbar einen Borreliose-Rückfall. Vielversprechend, weil sich die Gesundheit von Tabasco über den Winter stabil hielt, er immer fitter wurde und wir wie früher ein paar schöne Ausritte machen konnten. Einige wenige Tage, wo es einem mal besser, mal schlechter geht, hat jedes Lebewesen und so gestehe ich auch meinem treuen Goldschatz derartige Schwankungen zu. Was soll ich sagen. Das Schweigen bedeutet manchmal auch, dass mir einfach die richtigen Worte fehlen, um (mit-) zu teilen, was in mir vorgeht bzw. wie es um das Team Tabasco steht. Im Moment wirken diese schönen, sorgenfreien Monate schon fast wie weggeblasen, denn seit vier Wochen und wie immer urplötzlich haben wir wieder ein Problem. Und zwar, immer mal was anderes, geht Tabbi stock-klamm als würde ihm jeder Knochen wehtun. Er geht nicht konkret lahm auf einem Bein oder so, hat aber massive Koordinationsprobleme. Leider hat das Blutbild von Zecklab kein eindeutiges Ergebnis geliefert, so dass ich seit einigen Tagen im Dunkeln stochere, was ich aus dieser Situation machen soll: sollen wir aufgrund des klin. Zustands und ansonsten mehr auf Verdacht vier Wochen die volle Dröhnung Antibiotika geben - oder soll ich abwarten und hoffen, dass es wie bei den meisten Schüben, wieder allein verschwindet. Ich weiß es einfach nicht und warte auf Tipps von unterschiedlichen Fachleuten, die ich angefragt habe.
Ansonsten haben Leni und Maja im April ihre erste Führzügelklasse mit Puppe geritten. Puppe war jetzt gut 2 Jahre nicht mehr auf einem Turnier und hat den Profi rausgekehrt. Einzig auf dem Turnierplatz hat sie vor Freude wie ein Schweinchen gequiekt. Egal, die Mädels sind in ihrer jeweiligen Abteilung 2. geworden und wir waren alle mächtig stolz darauf. Am 5. Juli besuchen wir die Ponyspiele Reichelsheim - und da geht es dann zum zweiten Mal um die Führzügelklasse. Bis dahin hoffe ich, für Tabbi neue Tipps und Erkenntnisse zu haben. Was mich irritiert, ist, dass er außer dem schwankenden Gangbild keinerlei Anzeichen für Krankheit zeigt. Letztes Jahr sah er ja extrem schlecht aus, aber jetzt ist er optisch richtig klasse. Komisch, und Borreliose zeigt mal wieder, wie schwierig und komplex sie sein kann. Drückt mal alle die Daumen!

+++ Heute.
Jetzt hab ich - gut ein Jahr und eine weitere Borreliose-Behandlung später - wieder einen traurigen Tabbi bei mir stehen. Vor ca. sechs Wochen fing es wie ein Wespenstich an. Er war superfit, hatte aber eine kleine Schwellung vorn an der Brust. Nach etwa 10 Tagen breitete diese sich plötzlich aus, so dass ich einen Tierarzt rief. Es sah quasi wie ein Phlegmone aus, nur das die nicht im Bein begann, sondern eben an der Brust und sich aber dann auf die Beine runterzog.
Naja, leider wurde offenbar mehrfach falsch behandelt oder unser Wespenstich - unsere Phlegmone - war vielleicht doch etwas anderes. Auf alle Fälle geht es ihm seitdem schlecht, und die Tendenz geht leider auch tagtäglich nicht nach oben, sondern nach unten. Ich hoffe und warte auf das Wunder. Abakadabra, Schwellung verschwinde. Aber stattdessen wandert sie nur.
Ich habe mir jetzt die Frage gestellt, was das sein kann: Würmer?? Ein Geschwür? Wieso? So plötzlich?? Ich stelle mir ebenfalls die Frage, bzw. in meinem Inneren habe ich sie bereits mit meinem Schatz Tabbi beantwortet, ob es Zeit wird, in den Himmel zu gehen und Frieden zu schließen. Borrelien sind es diesmal ganz sicher nicht. Ich habe Tabbi versprochen, dass er nicht bis zur letzten Minute auf dieser Erde leiden soll. Die letzten Tage war er gern auf der Koppel, mit seinen zwei Kumpelinnen. Mal fraß er, mal fraß er nicht. Er hat auch in den letzten Wochen sehr abgebaut.
Er kann auch außer Schritt kaum mehr laufen. Ob Schmerzmittel oder nicht, es wird nicht besser. Auch abschwellende Mittel schwellen nicht ab, und Antibiotika wirken nicht. Ich versuche es jetzt nochmal mit Samento und Cumanda, meinen Wundermitteln aus der Borreliosezeit. Die haben antibakterielle und immunsystem-stützende Wirkung. Aber ein bisschen hoffnungslos bin ich schon. Ganz ehrlich. Das wäre quasi das Ende dieses Tagebuchs.


Bilder: Mein tapferer Kämpfer Tabbi Anfang September. Leni, Smilla und Maja haben sich, wie man sieht, ganz lieb um ihn gekümmert. Aber man sieht auf dem Foto gut die Schwellung an der Brust und Schulter.

Tuesday, December 31, 2013

So war unser 2013

Tja... das war also unser Jahr.

Heute morgen bei sonnigem Wetter habe ich mit Tabasco einen schönen Jahresabschiedsausritt durch den Winterwald gemacht. Bei etwa 2 Grad und idyllischer Stille bummelten wir also durch den Wald - einzig ein einsamer Ballon war am Himmel über dem Feld zu sehen...
Unweigerlich musste ich natürlich an unser Jahr denken, welches so denkbar schlecht angefangen hatte, dass es ein insgesamt krasses Jahr bleiben musste. Es gab kaum eine Chance, dass es ein schönes Jahr werden könnte. Die Highlights bestanden für mich darin, dass ich jeden Tag, den mein Pferd (über-)lebte, mit einem dankbaren Haken markiert habe. Mehr nicht.
Ende Dezember 2012 hatte Tabasco einen weiteren großen gesundheitlichen Einbruch, und am 4. Januar hatten wir dann ENDLICH den erlösenden Termin bei meiner Tierärztin Ines. Denn bis dahin hatten alle möglichen Tierärzte in meiner Umgebung das Pferd zwar in schlechtem Zustand gesehen, alle jedoch abgestritten, dass er Borreliose haben könnte (ohne es überhaupt zu testen!!) und mich dann mit dem völlig schwachen, kranken Pferd wieder nach Hause geschickt.
Nun wurde dies 2013 endlich anders; zwar war ich natürlich geschockt über den sehr hohen Titerwert, den Dr. Liebisch von Zecklab naturgemäß herausfinden musste, aber gleichzeitig sehr erleichtert, dass wir aufgrunddessen eine Antibiotikakur durchführen konnten. Diese hatte auch sehr schnellen und anhaltenden Erfolg.
Über das Jahr habe ich aufgrunddessen eine regelrechte Manie entwickelt und war und bin einfach heilfroh, dass Tabbi fünf Meter neben unserem Hauseingang "wohnt", so dass ich zu jeder Tages- und Nachtzeit nachsehen kann, wie es ihm geht.
Ja, es gab Rückfälle. Ich habe weiterhin gegoogelt und mittlerweile mit den Forschern Kontakt aufgenommen, die zu Borreliose forschen - zum Beispiel Eva Sapi in New Haven, USA. Auch die Filme von Borrelien unter dem Elektronenmikroskop habe ich mir angesehen, um dieses Problem besser zu verstehen. Und vor allem, um zu verstehen, warum diese Bakterien so schwer zu beseitigen sind und der Wirtsorganismus im chronischen Stadium fast keine Chance hat, sich dieser Monster zu entledigen.
Aber auch eine andere Frage, die ich hier im Frühjahr gepostet habe, kann ich eindeutig beantworten: bei Tabasco sind KEINE der beschriebenen und immer wieder zeitweise auftauchenden Probleme bisher Dauerschäden!
Es ist schwer vorzustellen, dass er lange und plötzlich auftretend nicht mehr laufen kann, sondern hinten die Hufe schleifen lässt und wirklich nicht sein Gewicht halten kann. Noch schwerer ist es, sich vorzustellen, dass dies innerhalb von wenigen Stunden so verschwindet, dass man nicht glauben mag, dass es vorher noch da war.
Das Schleifen ist bei Weitem nicht alles, was die Borrelien anrichten (s. letzte Posts), aber doch ein sehr eindeutiges und gut zu beobachtenden Zeichen. Nun, wie ich schon sagte, hat sich Tabasco über den Sommer insgesamt sehr gut erholt - so gut, dass ich sogar mittlerweile dreimal bei Hannah (Beck) war, um ihn freispringen zu lassen. Ich war offen gesagt fasziniert, dass es tatsächlich möglich war, dass er sich wieder an Stangen traut und dazu noch derart souverän wieder darüber sprang! Interessant ist noch, dass CORTAFLEX, ein wirklich gutes Produkt, das Pferde in der Beweglichkeit unterstützen soll, bei Borreliose nicht hilft. Will sagen: wenn er schleift, dann hilft auch CORTAFLEX (und überhaupt nichts anderes) nicht, und wenn er nicht schleift, dann ist alles gut, auch ohne jedes Zutun.
Im September waren wir mit Tabasco eine Woche in SPO am Strand. Ich wollte mir einen Traum erfüllen und habe den ganzen Sommer über befürchtet, dass wir vllt. doch nicht fahren könnten, weil er nicht fit wäre oder gar, dass es zwar dazu kommt, dass es aber dann sicher der letzte gemeinsame Ausflug würde. Natürlich ist bei einem angeschlagenen Immunsystem immer die Frage, ob man so einen Ausflug machen sollte. Aber das musste sein. Und es war wunderbar!
Nichtmal die Tatsache, dass in der Septemberwoche der Himmel über Eiderstedt eigentlich nur zum Fototermin aufriß, hat der Sache irgendeinen Abbruch getan!

Zuhause mit Puppe und Tessi sind wir alle eine kleine Familie und fühlen uns in Calbach sehr wohl. Ach, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich im November (ohne Tabbi) an der westfälischen Reit- und Fahrschule in Münster war, um meinen Übungsleiter B Sport in der Prävention zu machen. Ich hatte mir davon versprochen, auch für mein eigenes gesundheitliches Problem (sprich: die Hüfte) ein paar Tipps zu bekommen, außerdem war eine Trainerfortbildung wahrlich längst überfällig. Nun haben wir auch das hinter uns, und Puppe und Tessi haben ein paar neue Reitschülerinnen bekommen. Der Schwerpunkt liegt jetzt mehr auf dem "Gesundheitssport", d.h. Übungen zur Schulung der Koordination etc. sind mir wichtiger als das "schnelle Reitenlernen" im Hinblick auf Leistungssport. Tja und schlussendlich wünsche ich mir jeden Winter, dass es ein paar Schnee-Ausritte gibt und die Pferde auf die Koppeln können, die gefroren sind und dadurch dann nicht die Grasnarbe kaputt geht - aber diese Wünsche gehen irgendwie nur so ganz sporadisch in Erfüllung. Ich wünsche mir halt weiterhin, dass wir gemeinsam die Borrelien in Schach halten - Tabasco wird jetzt 15 und das ist wahrlich noch kein Alter, in dem man ins Gras beißen darf.



 Fotos: Sankt Peter Ording, September 2013 - Photos by Alexa Pfau.

Sunday, July 21, 2013

Sunday July 21, 12:00 noon, 33 degree celsius: ready to chill





Something stupid....

Well today I just wanna share sth stupid with you - the wheel of our barn wheelbarrow, the first working tool on the way to becoming a farmer (dreaming yet of the real FENDT):


Monday, June 24, 2013

Elektrozaunpisser und andere Menschen

Gern möchte ich meine Meinung zu den aktuellen Vorfällen im Eventing hier einmal loswerden, da mir das Thema im Kopf rumspukt. Zunächst möchte ich Euch die Gelegenheit geben, ein aktuelles Interview mit Ingrid Klimke zum Thema zu lesen:

Interview mit Ingrid Klimke  

Ingrid ist sicherlich eines der absoluten reiterlichen Vorbilder in unserem Sport. Nicht die einzige hervorragende Reiterin, aber nicht umsonst hat sie den Titel Reitmeisterin verliehen bekommen und - falls es ein werter Leser dieses Blogs nicht wissen sollte - kommt aus einer guten Schule, was das Reiten und die Pferdehaltung in der Familie betrifft.   Nichtsdestotrotz: ich bin - mit dem jetzt erzwungenen Abstand - weder für die Verharmlosung noch für das mediale Ausschlachten mit verzerrtem Ergebnis der jetzt etwas gehäuft aufgetretenen Vorfälle.   Ich persönlich finde, Eventing oder Vielseitigkeitsreiten ist die schönste aller reitsportlichen Disziplinen - für mich persönlich, wie gesagt. Ich liebe die Abwechslung, ich liebe das Gefühl in der Dressurprüfung ebenso wie den Thrill, im atemberaubenden Tempo mit tränenden Augen durch eine Geländestrecke zu galoppieren - alles, wie ich es erleben durfte, mit einem Pferd, das offensichtlich große große Freude daran hat.  

Jetzt gibt es so einige Punkte, wo ich kritisch bin: a) Nur weil Ingrid, neben ein paar anderen natürlich, ihre Pferde tatsächlich optimal und tiergerecht hält, ausbildet und reitet, heißt das leider nicht, dass der Rest der Reiterschaft das ebenso tut. Das rettet unseren Sport leider nicht! Gerade die brutalen Szenen eines italienischen Reiters kürzlich in Kreuth zeigen, dass man hier die Augen nicht verschließen sollte. Und auch in meinem direkten lokalen Umfeld gibt es einige Reiter, deren Methoden ich persönlich nicht akzeptabel finde. Dazu gehört zum Beispiel auch ein übermäßiger sportlicher Einsatz eines Pferdes, nur weil es gerade sehr erfolgreich läuft.   b) Auch reiterlich unterstelle ich einigen Busch-Kollegen, dass ihr Niveau an Schmerzfreiheit sehr hoch ist: nur weil sie gegen einen Elektrozaun pissen, ohne mit der Wimper zu zucken, müssen das nicht auch alle anderen tun - auch nicht ihre Pferde. Sprich: es geht manchmal zu weit, was da rausgeholt wird. Insbesondere an Druck, am Einsatz von Gerte und Sporen, wobei ein unbalancierter Sitz vermutlich mindestens genauso schlimm ist. Oder das Nutzen scharfer Gebisse, etc.   c) Die Berichterstattung. Nochmal, diese übertriebene Reaktion jetzt macht negativ aufmerksam, ist ansonsten eher effektheischerisch. Aber mir fiel schon in den letzten Jahren auf - und dazu betrachte man auch einmal entsprechende Profi-Fotos - dass das Wort "Rumpler" so ein bisschen den Beinahe-Super-GAU verharmlost. Viele viele Rumpler sind Momente, wo ein Pferd in hohem Tempo mit einem Bein vor dem Sprung hängen bleibt und es nur mit viel Geschick und Glück gut geht. Außerdem wird oft verzerrt argumentiert, denn weil Fall a) und b) jetzt in Verbindung gebracht werden, weil in kurzem Zeitraum mehrere Pferde während oder nach einer VS umgekommen sind: es sind ja noch viel mehr! Ich erinnere mich, dass vor nicht allzulanger Zeit ein Pferd von Bettina Hoy ebenfalls mitten auf einer Geländestrecke an Aortaabriß gestorben ist. Mehrere Reiter endeten in den letzten Jahren mindestens im Krankenhaus, einige sogar im Rollstuhl. Wenn man genau recherchiert, sieht es schon etwas übel aus. Ich schließe daraus nicht, dass unser Sport schlecht ist oder gar zu verbieten, sondern eher, auf ein gesundes Menschenmass, auf Moral und sportliches Fairplay zu setzen und einige Punkte, die ich hier anspreche, strenger zu nehmen. Wie auch diesen:   d) Das Wetter. Insbesondere in den letzten 12 Monaten habe ich den Eindruck, dass es häufiger als früher dazu kommt, dass Wettkampfplätze z.B. durch Starkregen so manipuliert werden, dass der Wettkampf eigentlich abgesagt werden müsste. Ich selbst hatte solche Situationen ein paarmal in kleineren Prüfungen, habe dann oft verzichtet. Der Boden war so rutschig und tief, dass es meiner Einschätzung nach unverantwortlich war, die Prüfung stattfinden zu lassen. Warum werden die Wettkämpfe in solchen Fällen nicht von offizieller Seite abgesagt? Ich kann mir das nur mit Einnahme-Einbußen und Vermarktungsproblemen erklären. Manchmal spielt da auch die Politik rein. Oder Sponsoren??   Dennoch: Die Pferde der Spezialdisziplinen sind mit Sicherheit schlechter dran! Mit Ausnahme mal wieder von solchen Reitern wie Ingrid es ist. Denn Ingrid reitet auch ihre Dressurpferde vielseitig, ins Gelände, über Cavaletti etc...

Tuesday, June 18, 2013

Tropic June 2013

Today was hayday. We loaded and stored 110 bales of fresh new hay and well, "we" is actually Chris. For those who wonder where his excellent running shape comes from: start carrying bales of hay and you'll know. At 30 degree celcius, this is even more remarkable. Apart from that, I want to repeat some things that have developed in the shape of my gentle darling horse since spring:

Continuously, he does not have swollen legs, stiff limbs, bad skin, and some other things he had before the lyme disease treatment. His belly is no longer blown up, and he easily travels in the trailer without any apparent problems to balance. Interestingly his readiness to work under saddle and chew on the bit has increased to an extent that surprises me. That also explains that all problems under saddle were related to his disease: chronic lyme disease. In such a situation, I just wish we would have known and treated it much earlier. He suffered. Very much so. So did I.

I meant to report, for the last two months Tabbi had a treatment that was recommended by Birgit Volesky which consisted in three South American herbal products called Samento, Takuna and Cumanda. I googled them and understand that one is anti-inflammatory, another one pushes the immune system and the third acts as anti-biotic. In combination, I am convinced that these herbs improved the overall situation of leftover toxines and inflammations all over his body considerably. Nevertheless I have now stopped giving them and I watch closely whether we need them again.

Meanwhile, I am restoring Tabbis digestive force by means of CME Gastro Control. I believe that if there are/were any ulcers at any point of time in the last years, that they are very closely related to the symptoms of his lyme suffering, and if everything in the body is inflamed, why should it not affect the stomach and digestion??

The last years had left me uncertain, angry and disappointed. They left me questioning my ability to manage a horse. The past four months have turned this anger into pride and happiness. Into that much closer of a relationship to my very horse that only people can feel who went through similar situations. I am so happy that he held and improved his shape since the Cobactan treatment in February. Since we started giving the Indian herbs, I have not seen any new damages resulting from borrelia.

I have however found and killed about 20 new ticks.

This is my wonderful Tabasco in June 2013:


Saturday, April 06, 2013

Nach Ostern 2013

Wow, ich hatte ganz vergessen, wie stolz ich auf mein Pferd bin, wenn es fröhlich schaut und sich schön bewegt... zu selten hatten wir diesen Anblick in der letzten Zeit. Aber zunächst ein paar Tage zurück:

Kurz vor Ostern (ziemlich genau 55 Tage nach Ende der Antibiotika-Kur) gab es einen etwas ernüchternden Rückfall - nämlich ein deutliches Anzeichen von afzelii am Auge: Tabbi war die ganzen Wochen ok, und urplötzlich am Putzplatz fing er an, eine Panik zu generieren, als wären lauter durchsichtige Gruselmonster um ihn herum. Leider war dies auch kein einmaliges Ereignis, sondern ich vermute ganz stark, dass sich einige Bakterien der Spirochätengattung wieder mal an seine Sehnerven gemacht haben und er einfach sporadisch eine eingeschränkte Sicht hat.

Wir kennen uns gut genug, als dass ich weiss, wie ich damit umgehen kann, aber schön ist es natürlich nicht. Ich habe kurz überlegt, ob ich sofort wieder zur Tierärztin fahre, habe ich mich aber zunächst dagegen entschieden, da ich ja eigentlich den jour fixe bei der Veterinärin auf jeneWoche gelegt habe, wo er proper glänzend nach dem Fellwechsel dasteht. Damit sie auch mal einen glücklichen Tabbi sieht und nicht nur das Elend, das am 3. Januar aus dem Transporter stieg.

Heute - ja, es schwankt von Tag zu Tag - war Tabasco erstaunlich gut drauf. Ich war Longieren, und das hat er ganz schön gemacht. Wichtig ist, dass ich aufpasse, dass es nicht zuviel wird, denn dann kippt der Zustand immer ganz plötzlich und das ist nicht erwünscht. Er tut sich schwer, in der HH Last aufzunehmen, aber ich habe ihn heute animiert, im Galopp schön durchzuspringen und das ist ihm dann auch gut gelungen. Er konnte vor der Behandlung im Januar nicht mehr galoppieren, und er konnte auch (remember?) nicht mehr allein bergab gehen. Kraft und Koordination waren total im Keller.

Was ich derzeit zusätzlich zum "pure food" (Hafer/Heu) füttere:
a) Ich habe Echinacea für das Immunsystem bestellt
b) Ich habe Reiskeimöl für die Muskulatur bestellt
c) es gibt Rote Bete Chips dazu. 

Und aufgrund eines Tipps einer Freundin mache ich jetzt einen Versuch mit Cortaflex. Hintergrund ist, dass Tabbi schon vor der medizinischen Behandlung, aber definitiv auch jetzt danach noch, nicht sehr geschmeidig läuft. Ich bin 100%ig sicher, dass es von den Borrelien bzw. von deren Rückständen/Toxinen herrührt, aber es ändert ja nix dran, dass es vielleicht Sinn macht, eine gelenkfördernde Behandlung zu probieren, um ihm das freie Laufen wieder zu erleichtern. Wir werden sehen, ob es hilft. Bei einem anderen Borreliose-Pferd hat es offenbar gut geholfen.

Tja so mache ich mir also fortlaufend seit mehreren Jahren Sorgen um den mir anvertrauten Schatz, der Unterschied ist, daß ich jetzt die offizielle Diagnose habe und viel konkreter an die Schwachstellen herangehen kann. Leider ist bei der chronischen oder Neuro-Borreliose noch so vieles unklar, was die dauerhaften Heilungschancen angeht. Das Gros der Literatur geht hier in die Richtung Homöopathie, und genau da machen wir uns jetzt schlau.

Sunday, March 17, 2013

Ein Wunder?

Calbach, 17. März 2013.
Etwa sechs Wochen nach Ende der Antibiotika-Behandlung bei Tabasco. Heute war Longieren auf dem Programm. Als ich jedoch morgens aus dem Fenster schaute, traute ich meinen Augen kaum: echter, weißer Schnee. Zunächst nur in der Luft, in großen weißen Flocken, dann aber bald auch auf den Dächern und am Boden. Eine Stunde später war diese Pracht bereits 10cm hoch. Ich meine, am Tag davor war davon nichts mehr bzw. noch gar nichts zu spüren. Der milde Frühling lag in der Luft.

So beschloß ich nach dem Füttern, die Gunst der Stunde zu nutzen. Zum longieren fahren war ohnehin zu "gefährlich", bei so einem Wetter muss man nur Hänger fahren, wenn es unbedingt Not tut. Und das tat es ganz sicher nicht, denn ich hatte kurzfristig einen Plan - und der ging auf.

Gestern noch beneidete ich die Posts meiner Freunde in Facebook, die sich auf der Riederalp und sonstigen Ski-Alpen befinden und blue-sky, white-landscape posteten. Heute? Egal!
Tabbi war schon fast wie früher. Ungeduldig zerrte er an seinem Halfter, das sich derzeit nachts an einem der Balken seiner Winterbox hängend befindet. Wenn Tabbi anfängt, am Halfter zu zerren, bzw. es ins Maul zu nehmen und Dir vor die Füße zu werfen, dann weißt Du eigentlich ganz sicher: er will raus! Und zwar flott.

Erst letzte Woche hatten wir einen schönen Schnee-Ausritt, der motivierend für uns beide war, aber auch noch von einem schwächelnden Pferd zeugte. Nur ein, zwei kurze Galopps waren letzte Woche drin, und anschließend gab es wie momentan immer eine Extra-Ration Kraftfutter.

Normal gibt es derzeit zum Aufbau tgl. 2x Heu satt, plus jeweils 1kg Hafer, 500g Equichamp (ein Aufbaufutter mit Hefekulturen), Borreliosan sowie Mineral. An Tagen, wo vermehrt gearbeitet wird, gibt es dasselbe, plus eben die Extra-Ration. Die besteht dann nochmal aus 1kg Hafer und 500g Equichamp. Tabbi muss sehr wieder aufbauen, er hatte vor der Behandlung der Borreliose im Januar ca. 100kg verloren, und zwar sowohl "Speck" als auch an Muskeln und Bändern. Das muss jetzt aufgeholt werden. Strenggnommen sollte und will ich noch gar nicht soviel Reiten, weil eben auch der Rückenmuskel noch nicht das ist, was er sein sollte. Aber diese Motivations-Ausritte tun uns beiden so gut, daß man da drüber hinwegsehen kann. Dass sich Tabbi daran erinnert, dass er auch mal galoppieren konnte ohne umzufallen, ist für ihn gerade sehr sehr wichtig. Er merkt, daß er sich wieder etwas mehr auf seine Muskeln und Bänder verlassen kann, daß die Balance wieder etwas besser wird. Und im weichen Schnee ist das natürlich gleich doppelt klasse!

Nun, so sattelte ich denn relativ flott auf, freute mich noch darüber, daß im Gegensatz zu den Vorjahren, wo er aufgrund der Borreliose kaum sein Winterfell verlor, daß da jetzt "schon" im März ne ganze Menge Pelz runter kommt, und dann gings ohne GPS an die Wegeplanung. Wir wohnen auf etwa 200m über NN und die höchste "Hochebene", die ich erreiten kann, liegt fast 100m drüber. Ein wahrer Gipfel!!!!!!! Wenn bei uns also der Schnee etwas nass, aber vorhanden ist, dann weiß ich daß er am Gipfel noch viel, viel besser ist: nicht nass, und meist auch noch 3-4cm höher. Also, die leicht steigende Strecke wie folgt: Diebacher Weg, leichter Anstieg mit 10cm Schnee: ein warmup-Trab am durchhängenden Zügel, ca. 500m. Ich beobachte, ich beobachte eben auch, wie der Bewegungsablauf am langen Zügel ist. Wir sind und waren schon immer ein Team, da geht das. Dann links rüber Richtung Hardegg: ein erster kleiner Galopp, leichter Anstieg, maximal 300m. Schrittpause, gut: am langen Zügel ist die Nase am Boden, er balanciert sich aus, prustet, genießt. Dann kommt der gebogene Weg, der sich zur Hardegg hoch schlängelt. Bis oben ist der ca. 1200m lang und in gesunden Zeiten wurde er zum Galopptraining genutzt. Der Boden auf dem Weg ist meist auch halbwegs für diesen Zweck brauchbar, sprich: halbwegs elastisch (ist in unserer Region leider eher selten). Heute war meine Regel Nummer eins: egal wie, Galopp ja aber gleich mit Zügelbrücke damit gar nicht erst abgekackt wird. Dann haben wir nach ca. 700m abgebrochen, um auf den rechten Weg abzubiegen, der wieder nach einer kurzen Schrittpause noch eine kleine Galopppassage erlaubte. Mich interessierte heute auch, ob da neben der Motivation auch genügend Kraft drin ist. Ich sag mal: besser. Wieder ein Stück Schritt, Richtung Orleshausen. Auf den Wegen hatten in den Vortagen die Forst-LKWs gewütet, die den Holztransport vornehmen. Aber durch die Schneedecke waren sie gut bedeckt und vor allem waren keine Spuren im Schnee, außer gelegentlich die einiger Füchse und Hasen.

So, jetzt ging es nur mehr auf die Steigung zur Zielgerade. Schneelage top, und die 1000m ließ ich ihn erstmal am wieder durchhängenden Zügel (Nase unten, bravo!!!) klettern, um die letzten 500m noch einen Galopp einzulegen. Da war Power drin, das bin ich gar nicht mehr gewohnt. So, und dann im Schritt bergab nach Hause. Mann, war das schön.

Und kaum war der Sattel ab, lag Tabbi auch schon auf dem Zierrasen im Schnee und wälzte sich vor den Augen der neidischen Ponies genüsslich!!!! What a day.

Monday, March 11, 2013

Todeswalzer, Afzelii-style

"Am Arsch die Waldfee", hauchte die Borrelie. Sie gehörte zur Familie der Afzelii, woher sie diesen Namen hat, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß das eine Unterfamilie der Burgdorferi ist, die sind bekannter und die heißen so, weil ein Herr ebendiesen Namens sie eines Tages mal gefunden hat. Wann, weiß ich auch nicht. Nicht nur ich, sondern offenbar viele wissen nicht viel über diese Fusilli-artigen Bakterien. Also sie sehen aus wie Fusilli-Nudeln. Nun, unser Freund verfluchte leise die Waldfee, weil er seit einigen Tagen sein Leben durch eine rosarote Brille sah.

Er lebte (recht kosmopolitisch, glaubt mir) bereits eine ganze Weile recht komfortabel und kommod in einer Ecke meines Tabasco. Nennen wir sie Coconut Cove, das kann man sich vorstellen wie einen weißen weiten Strand, recht geschützte Lage, dazu mit allem, was man sich als afzelii so wünscht. Eines Tages kam, obwohl er eigentlich die pure Nahrung vorzog, ein Cocktail vorbei, der ihm wirklich alles weghaute. Er rollte sich zusammen, auf dem warmen Sand uns spürte eine rosarote Schwäche. Von dem Cocktail würde er sich aber nicht unterkriegen lassen! Er versuchte noch, seine weitere Kollegen (afzelii sind sehr gesellig und leben selten allein) zu konsultieren, um Rachepläne zu schmieden. Aber das kommode Leben der vergangenen Jahre schien sich geändert zu haben. Kaum das Kriegsbeil ausgegraben, kam schon wieder sowas. Mann, das war ein richtiger Tsunami an Cocktail, fast ein Fukushima der afzelii! Er stellte fest, daß er schon nach wenigen Cocktails aufgeben musste. Vielleicht war vorher auch einfach alles zu einfach im Leben dieses afzelii.

"Blöd," dachte er dann. "Blöd, blöd, daß ich es nicht noch geschafft habe, mich via Niki-Air nach G. beamen zu lassen, um mich im Rückenmark eines Menschen, der dort die Uniklinik leitet, so richtig mal auszutoben. Der hätte ich es gern mal gezeigt. Von wegen, uns gibt es nicht! Von wegen, wir können im Pferd nicht leben!!! --- Sollte ich ihr dankbar sein? Ohne sie hätten wir ggf. gar nicht so lange auf dem Tabasco leben können? Schließlich hat sie uns bereits vor mehreren Jahren übersehen (wollen)??? -- Nein, das ist meine Denke nicht. Ich bin einfach stink, stinksauer, daß man uns so negieren kann. Ich hätte es ihr gezeigt, die hätte mal so richtig fiese Schmerzen gehabt. Wenn ich ins Rückenmark ziehe, dann sind die Schmerzen, die ich verursache, schön überall. Dann vermehre ich mich schön nach überall und zeige ihr auch, daß ich nicht den Hauch einer Chance gehabt hätte, wenn ich gleich im Intro-Stadium gekillt werde. Ich zeige ihr, daß es wahrlich fahrlässig ist, uns erstmal in den ganzen Körper reinzulassen, einfach dabei zuzuschauen, auch noch afzelii-freundliche andere Behandlungen wie solche mit Cortison, oder Sedierungen, durchzuführen... Heute hier, morgen da. Und die Schmerzen sind so heftig, das wäre ihr mal ne Lehre gewesen. Ich hoffe trotzdem, daß sie es mittlerweile verstanden hat und nicht noch weitere Pferde und deren Besitzer leiden lässt, und durch die von ihr vertretene Lehrmeinung eine ganze Region im Glauben lässt, Borreliose beim Pferd gäbe es nicht. Auch wenn man tot ist."

Hier der Killer-Cocktail (quote by Merck Animal Health):

 "Cobactan® 2.5 % is a ready-to-use suspension for injection containing cefquinome, a 4th generation cephalosporin. The shape of the cefquinome molecule facilitates fast distribution in the treated animals and ensures a quick passage of bacterial cell walls, resulting in a rapid bactericidal effect following injection. Cefquinome has a broad-spectrum of activity, including Gram positive and Gram negative bacteria, such as Actinobacillus spp., Haemophilus spp., Pasteurella spp., E. coli, Staphylococcus spp., Streptococcus spp., Salmonella spp., Clostridium spp., Corynebacterium  and Erysipelothrix rhusiopathiae. Cefquinome is highly resistant against inactivation by ß-lactamase producing bacteria."



Tuesday, February 26, 2013

Lyme disease/Borreliose (3)

Ich möchte kurz festhalten, was von den bisherigen borrelien-verursachten Problemen verschwunden ist:

a) der dicke, geblähte Bauch
b) die immer wieder angelaufenen Beine, egal ob vorne oder hinten
c) das Gangbild ist heute (3 Wochen nach Ende der Cobactan-Behandlung) deutlich besser, jedoch noch nicht zufriedenstellend.
d) der tote Blick
e) derzeit keine Berührungs- und Schreckhaftigkeitsprobleme
f) Koordination (Bergabgehen oder Hängerfahren) ist deutlich besser als Anfang Januar.

Was das Gangbild betrifft, hoffe ich daß es kein bleibender Schaden ist.
Es sieht auch wie eine Ataxie, die vermutlich cerebral verursacht ist. Meine Tierärztin sagt jedoch, daß Borrelien sehr die Bänder, Sehnen, Muskeln UND Gelenke (naja eigentlich ALLES) angreifen und wir jetzt noch ein paar Tage warten, um hier eine Aussage zu machen.

Was das Gesamtbild betrifft, bin ich auch noch überhaupt nicht zufrieden. Natürlich kann ein Futterzustand ebensowenig wie Muskeln und Bänder sich innerhalb weniger Wochen völlig erholen. Aber für die Mengen die Tabbi momentan vertilgt, müßte er eigentlich etwas mehr auf dem Rippen haben. Insofern überlege ich, ob ich prophylaktisch mal etwas zum Magen schonen gebe.

Thursday, January 24, 2013

Teil II: Wie alles anfing...

Während ich mir weiter den Kopf zerbreche, was wir nun tun können, um Tabasco wieder zu dem lebhaften, fröhlichen "happy camper" zu machen, als den ich ihn immer kannte, habe ich natürlich auch in der Chronologie dieses Blogs gestöbert. Ich möchte einige Fixpunkte bzw. Momente ausfindig machen, die Zeichen für seine Erkrankung gesetzt haben.

Während ich die Anfänge von Tabasco's Erkrankung hier niederschreibe, könnt ihr im Archiv des Blogs unter 2007 und 2008 einige Einträge finden, in denen sich Fehldiagnosen und entsprechende Behandlungen mit den entsprechenden Kosten gehäuft haben. Mir dreht sich wirklich der Magen um, wenn ich da jetzt reinschaue!

Wie alles anfing... Tabbi muss sich im Frühjahr 2006 infiziert haben. Er stand damals auf dem wunderschönen und für unsere Zwecke auch wirklich hervorragend geeigneten Wilhelmsbader Hof in Hanau. Ich erinnere mich, daß er fast täglich in der Box viele Zecken an sich hatte (teils mehr als fünf Zecken pro Tag), die ich ihm natürlich so schnell ich konnte, entfernte. Ich habe mir zunächst keine großen Gedanken gemacht, da ich bis dahin mit Zeckenproblemen wenig zu tun hatte und bis dahin ja auch ein gesundes, fittes, fröhliches Trakehnerpferdchen hatte.

Einige Wochen später fiel mir über mehrere Tage auf, daß sich Tabbi in der Rittigkeit verändert hatte, gleichzeitig ein stumpfes Fell bekam und auch an Gewicht verlor. Er war einfach nicht fit, und so rief ich meinen damaligen Haustierarzt, der von einer naheliegenden Tierklinik kommt. Ich erinnere mich sehr gut, daß ich diesem TA sagte, daß Tabasco Zeckenkontakt hatte. Dennoch: er faßte mein Pferd an dem Tag nichtmal an! Er drückte mir 2 Bandwurm-Kuren in die Hand, sagte, das sei sehr wahrscheinlich eine Verwurmung und ich solle ihm die im Abstand von 2 Wochen geben. Und verschwand.

Needless to say, daß danach zwar (man denke an das schubweise Auftreten) keine wesentliche Besserung eintrat (wie auch, wir haben ja etwas falsches behandelt), das Pferd aber weiterhin reitbar und willig war. Zwar meist unter dem Level, wie ich ihn kannte, aber noch immer einsatzbereit. In dem Jahr ist mir dann weiter nichts aufgefallen, ich zog lediglich ein- oder zweimal die in dem Stall ein- und ausgehenden Physioterapeuten bzw. Akupunkteure zu Hilfe, die die meinem Gefühl nach existierenden Verspannungen bei ihm etwas lösen sollten.

Grundsätzlich fiel mir seitdem auf, daß er sich mit dem Fellwechsel und im Winter etwas schwer tat - aber auch dabei habe ich mir nicht sooo viel gedacht. Sehr auffällig wurde er dann aus meiner Erinnerung im Frühjahr 2008, als er plötzlich seine Kopfform veränderte!

Ich muss sagen, zu der Zeit ist mir noch keine wesentliche nervliche Veränderung aufgefallen, jedoch optisch hat sich sein hübscher Trakehnerkopf im Stirnbereich in eine "Wasserbombe" verwandelt. Die Stirn kam weit nach vorn hervor. Auch dies (es hielt mehrere Wochen an, und verschwand dann langsam wieder) zeigte ich diversen Personen und Tierärzten, die es nicht ernst nahmen. Ich fragte mich nach diesen Erlebnissen, ob ich mir das alles oder einiges davon nur eingebildet habe. Denn natürlich vertraue ich auf das Wissen und den Rat von Tierärzten. Daß ich ein Pferdekopf jedoch grundlos derart verändert, war mir - anscheinend nur mir - aber schon etwas suspekt. Naja und den Rest aus 2008 mit angeblich gebrochenem Zahn, mehreren Kolikproblemen nach Sedierungen (ich bin seitdem ein Feind von übermäßiger Sedierung an Pferden!) könnt ihr im Archiv nachlesen. Die exakten Kosten für Behandlungen zähle ich hier nicht auf, aber es waren mehrere unnötige tausend Euro! Ich habe übrigens immer wieder erwähnt, daß ich einen Borreliose-Verdacht bei ihm habe. Vielleicht sollte ich noch dazu sagen, daß ich im Laufe dieses Jahres mehrere Tierärzte und -kliniken kennen gelernt habe. Zu diesen habe ich heute kein Vertrauen mehr und kann sie daher auch für keinen Fall weiter empfehlen, außer wenn jemand mal ein paar Röntgenbilder haben will und etwas zuviel Geld in der Tasche hat.

Wednesday, January 23, 2013

Tabasco's Borreliose-Tagebuch

Ein Tagebuch im Tagebuch... ich beginne jetzt mal, und weiß vor allem, wieso es in den letzten Jahren so still um uns geworden ist. Ich beginne jetzt aber auch deshalb, weil ich - wie einige andere auch - möchte, daß die Odyssee, die ich durchgemacht habe, bevor eine Diagnose da war, andere warnt und andere Pferde vor dem Leiden bewahrt, das Tabbi unfairerweise durchlaufen hat.

Ich möchte aber auch, daß es alle Tierärzte und Kliniken warnt, wieder so fahrlässig mit so deutlich-undeutlichen Symptomen umzugehen. Doch dazu später.

Gleich vorab: diese Gedanken aufzuschreiben, gehört ganz sicher nicht zu den schönsten Erlebnissen mit meinem Pferd. Aktuell ist unsere Familie sehr auseinander gerissen: Puppe steht allein zuhause und hält Stellung, während Tabbi bereits in der dritten Woche in der Tierklinik in Bad Vilbel steht und eine ordentliche Ladung Cobactan intravenös bekommt. So makaber es klingen mag, der 3.1. war der bisher "beste" Tag diesen neuen Jahres und zwar insofern, als daß meine sieben Jahre (!) andauernde Vermutung, daß Tabasco sich mit Borrelien infiziert hat, sich endlich offiziell bestätigt hat. Als ich ihn der Tierärztin am 3.1. vorgestellt habe, mußte ich mich fast schämen, in welchem Zustand ein Pferd sein kann, das nicht in Irland oder Spanien auf der Straße ausgesetzt wurde, sondern sich eigentlich permanenter sorgenvoller Beobachtung erfreut. Ich wurde gefragt, ob ich ihn in den letzten sechs Jahren jemals geritten habe. ...

Nach einer kurzen Nicht-Bewegungsstudie (will sagen, wir versuchten ein Vortraben, was aber nur ein Vorschleifen war, da sich die HH quasi weder tragen noch balancieren konnte) nahmen wir Blut und dieses wurde endlich mal an Zecklab geschickt. Die Tests der Vorjahre, lieblos und ohne Überzeugung auf meinen Wunsch hin gemacht - waren immer bei den "herkömmlichen" Labors*, die leider offenbar nicht in der Lage sind, wirklich detailliert zu diagnostizieren, ob aktuelle Borreliose Vorgänge ablaufen. Nicht so Frau Dr. Liebisch von Zecklab, die ganz sicher zur versuchten Rettung des Tabasco beiträgt. Über die Werte informiere ich gern per persönliche Anfrage.

Dies sei der Vorspann, ich zäume die Sache jetzt mal mehr oder weniger von hinten auf.

* wichtig ist vielleicht auch noch die Anmerkung, daß diese Tests alle nicht eindeutig negativ waren, aber leider auch nicht eindeutig positiv. Die leicht positiven Titer wurden mit einem völlig normalen Borrelienkontakt in Verbindung gebracht. Heute würde ich 1. jeden Bluttest auf Zecken ausschließlich an das Zecklab schicken und 2. bei auch nur leichtem Verdacht plus entsprechenden Symptomen eine Behandlung mit Antibiotika in Erwägung ziehen. Ich bin sicher, daß es zum frühestmöglichen Zeitpunkt mehr Heilungschancen gibt, als wenn alles bereits in einem dramatischen chronischen Stadium ist.

Wednesday, November 14, 2012

2012

Nach einer langen Sendepause möchte ich dieses Jahr einmal Revue passieren lassen.
Im Grunde verlief alles bisher recht unspektakulär, und in so einem Fall bleibt dann der Bleistift auch oft mal in der Schublade.
Glücklicherweise heißt das auch, daß wir keine größeren Hindernisse des täglichen Lebens mit den Pferden zu verzeichnen hatten.
Summa summarum haben wir seit dem Frühjahr ein kleines Koppelstück im Dorf quasi direkt übernommen. Dieses jedoch hat sich im Laufe des Jahres als ein recht großer Brocken erwiesen: es war ob jahrelanger Nichtnutzung völlig von Dornen überwuchert. Der Zaun mußte neu gemacht werden, und auch andere natürlich gewachsene Sträucher und Pflanzen mußten der Sense zum Opfer fallen. Bzw. einige müssen es noch immer, so flott geht das alles nicht von der Hand. Jetzt haben wir zwar noch immer keine perfekte Koppel, aber immerhin waren die 2 mittlerweile schon einmal zur Einweihung auf dem Grundstück.
Puppe hat über den Sommer einigen Nachbarkindern das leichttraben beigebracht. Im Sommer ist sie eine Reiterrallye mit Lara mitgelaufen und die beiden haben das ganz klasse gemacht. Sie hat wohl einmal versucht, etwas schneller zu sein als die großen Kumpels, aber Lara hat sie auf dem Acker wieder bremsen können und Yvonne (ihre Mama) hat sie dabei ganz cool und souverän gecoacht. Ich habe vor, etwas Handarbeit mit ihr zu machen, denn zum Kutsche fahren gab es bislang noch keine Gelegenheit. Sollte es im Winter einmal ausreichend Schnee geben in unserer Ecke, werden wir ganz sicher ihr Talent vor dem Schlitten bzw. vor Skiern testen. Wobei das mit dem Schnee in unserer Ecke immer so eine Sache ist. Puppe hat im Fasching in Bruchköbel eine gewisse Berühmtheit erlangt, denn Christian hat ihr einen eigens getexteten Song gewidmet. Leider gelingt es mir derzeit noch nirgends, den Song einmal als Hörprobe zur Verfügung zu stellen:

FOLGT, immernoch technische Probleme 



Auf Turnieren waren wir dieses Jahr nicht, aber Turniere gehören auch - aus allen bekannten Gründen - nicht mehr in meinen Plan*.
Sehr schön war ein Ausritt mit den Hammersbacher Pferdefreunden - via Kinzig-Badestelle zum Buchwaldturm. Dort hat Chris dann Tabbi und mich abgeholt.
Einmal haben wir die beiden verladen, und sind mit unserem nagelneuen RAV 4 nach Bad Tölz gefahren. Tabbi und Puppe standen eine Woche recht luxuriös auf dem Bohmerhof, und wir haben im Schusterpeter direkt an der Isar sehr sehr schön gewohnt. Ein Urlaub mit Pferden, und dennoch so viele andere Aktivitäten, also streng genommen Urlaub ohne Pferde (da ja füttern und misten wegen Vollpension ausgefallen ist): 2x auf den Berg, mit dem Radl um die Seen, ich war ziemlich begeistert von der Ecke da unten. Am schönsten fand ich unser Abschlußdinner auf der Waldherrn-Alm, wo wir tags zuvor nach einer Wanderung einen weltbesten Kaiserschmarrn gemeinsam verspeist haben.

Derzeit kommt der dunkelste Tag des Jahres auf uns zu und damit die Jahreszeit, die ICH am wenigsten mag. Noch gibt es Tage, an denen man schön im Sonnenschein durch das Laub und den Indian Summer reiten kann, aber zunehmend wird es sehr naßkalt und geht auf den Frost zu. Gefrorener Boden hat für mich den Vorteil, daß die Pferde sich auf der Koppel austoben können, aber ansonsten hat er tendenziell eher nur Nachteile... naja, we'll keep you posted.


*Turniere: wenn ich mir überlege, welches Budget ich mir spare, und wieviel im wahrsten Sinne freie Zeit an den Wochenenden daraus resultiert, dann weine ich der Sache kaum mehr Tränen nach. Der Sport ist sehr aufwändig in jeder Hinsicht. Und ganz ehrlich, nachdem ich in der letzten Zeit auf unseren regionalen Turnieren gelegentlich als Schreiberin ausgeholfen habe: die Abrechnung mit der ländlichen Reiterei fällt bei mir eher schwach aus. Mögen jene, denen das jahrelange und sonntägliche E/A/L-Reiten Freude macht und womöglich noch das eine oder andere Schleifchen bringt, daran weiterhin ihren Spaß haben. Finanziell lukrativ ist es sicherlich nicht mehr.